Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

2.1.4. Dirksen, über die pupillos infantiae und pubertati proximos

43 \ v Römisches Recht.
Dirksen (Geh. Just. R. u. Prof, m Königsberg) über
dlepupillos infantiae und pubertati pro-
ximos; (im Rheinischen Museum für Jurisprudenz
Bd. I. S. 3i6 — 3a6.)
■ Die Frage, was die Römer unter rnfautiae und puber-
tati proximus verstanden haben, ist bekanntlich nicht bloß schon,
unter den Aelteren, fanden auch noch unter, den Neueren sehr
bestritten. ' Die Neueren. theilen sich hierüber hauptsächlich in
zwei Ansichten ;- ein Theil weint, die Römer hatten gerade die
Zeit zwischen der infantia und pubertas halbirt, und unter
infantiae proximus die zwischen 7 und resp. io* , und
unter pubertati proximis, die zwischen <)§ und 12, resp. to|
und iej. Jahre alten Unmündigen verstanden. Andre dagegen
behaupten^ jene Ausdrücke haben bloß überhaupt die Nichtzu-
rechenbarlrit und die Zurechenbarkeit bezeichnet; infantiae pro-
ximus HUße eben jeder Unmündige ohne Rücksicht auf sein
Alter , der seiner individuellen physischen und geistigm Ausbil-
dung nach noch nicht auf eine zurechenbare Weise Beschädigun-
gen und Delicte begehen könne (der nicht doli unt> culpae-ca-
pax ftp), wahrend prb rtati proximus den bezeichne, dem
seiner individuellen Reife nach Delicte zugerechnet werden kön-
nen (der doll capax sey). Der Unterzeichnete stellte in seinem
Lehrbuche des Strafrechts eine Mittelmeinung (welche auch schon
Gen sler civilist. Arch. IV. 22y f. andeutet) auf, nach welcher
jene Ausdrücke bei den Römern einen bestimmten Alters-
abfchnitt (aber keineswegs ein Halbiren zwischen infantia
und puertas) bedeuteten, bei dem sie gegftn respective für
die Zurechenbarkeit prasumirten, wir aber diesen Abschnitt nicht
kennen, da er nirgends naher angegeben ist, und dcßhalb für /
un s das praktische Resultat freilich am Ende daß ist, Haupt-

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