Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

4rr Vermischte Schriften.
auch zu solchem Zwecke die Parthep, gegen welche die Urkunde
gebraucht wird, deren Vorlegung zur Einsicht verlangen könne;
nicht weniger finde Gegenbeweis Statt, über dessen Erforder-
nisse jedoch nichts weiter gesagt ist. Der wesentliche Unterschied
der öffentlichen und Privat-Urkunden in Ansehung des-Um-
fangs der Beweiskraft wird darin gesetzt, daß letztere nur ge-
gen den Aussteller, erstere aber auch für und gegen jeden Drit-
tm beweisen, insoweit sie nemlich ein Zeugniß des öffentlichen
Beamten enthalten. Als einzelne Arten der öffentlichen Ur-
kunden werden angegeben und zum Theil naher beurtheilt:
Schriften der Fürsten; der Staatsbehörden, der „kleinen Staa-
ten im Staate", als Magistrate, academischen Senate rc., in-
sonderheit gerichtliche Schriften, sodann Zeugnisse aus Kirchen-
büchern, wobet; ganz richtig bemerkt wird, daß hierdurch rück-
sichtlich der Geburt uUd der Heirath .eigentlich nur der Tag der
-Taufe und der Trauung bewiesen werden könne, cs auch mit
dem Beweise des Todes mißlich äussehe; ferner Zeugnisse..der
Notarien, worüber sich viel mehr und Wesentlicheres hatte sa-
gen lassen; endlich Zunftbücher. In Ansehung der Rechte an
öffentlichen Urkunden wird nur in Betreff der gerichtlichen Schrif-
ten besonders geprüft, inwiefern Privatpersonen deren Vorle-
gung odex Mittheilung verlangen können; wenn man übrigens
die gerichtlichen Acten als gemeinschaftliche Urkunden der Par-
theien bezeichnet, so geschieht dicß,nicht, wie der Vcrf. an-
nimmt, in einem sehr ungewöhnlichen Sinne dieses Ausdrucks,
sondern gerade in dem bep der Urkunden-Edition, hauptsach.
lich gebräuchlichen, zufolge dessen maw gemeinschaftliche Urkun-
den insonderheit auch. diejenigen nennt, welche über ein zwi-
schen mehreren Personen obwaltendes Rechtsverhaltniß errichtet
worden sind (Linde und Reinhardt). Zu rügen ist noch,
daß, bep der Vielseitigkeit dieses Aufsatzes , zwey der bedeuten-
deren Rechtsfragen, nämlich was zur Bewcisfahigkeit der von

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