Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Savigny, Recht des Besitzes. 5te Aufl. 395
vermindert inzwischen die anscheinende Unnatürlichkeit bei der
Annahme einer actio vi bonorum raptorum.) Die Aende-
rung in der Natur des Interci, utrubi, die wir in den Digesten
vorfinden, konnte allerdings zu einer solchen ergänzenden Aus-
dehnung des interd. de vi Veranlassung geben: aber da ja
doch auch von jeher die furti actio, condictio furtiva und
actio vi bonorum raptorum bei beweglichen Sachen die Stelle
des interd. de vi vertreten hatten (1. 1. §. 6. D. de vi; vgl.
Paul. S. R. Y. 6. §. 5.); so paßt e§ auch wieder recht gut,
wenn man bei der 1. 7. 0. de vi an die actio vi bonorum
raptorum denkt. Nimmt man übrigens an, die Klage aus der
1. 7. cit. sei ein interd. de vi; so muß der Klager Besitzer
sein: ein Stellvertreter kann sie nur im Namen des eigentlichen
possessor anstellen (was ihm unbequem sein kann, vgl. Gaj.
IV, 98). Nimmt man an, die Klage sei eine actio vi bono-
rum raptorum; so muß derjenige, der als Klager auftreten
will, ein nicht blos auf dem Besitze beruhendes Recht an der
Sache Nachweisen können.(bonae fidei possessio gewiß nach
der ausdrücklichen Bestimmung der 1. 2. §. 22. D. vi bon.rapt.
und überhaupt: „Si quis interesse sua vel modice docebit;
debet halbere vi bonorum raptorum actionem.tC), oder er
muß Nachweisen, daß er wegen der Sache eine Verantwortlich-
keit hat. , Nimmt man an, die Klage sei eine interd. di vi;
so kömmt sie jedem Besitzer, auch dem unredlichen,, zu Gute.
(Ich lasse es dahingestellt, ob man . darin einen Vorzug oder
einen Nachtheil der v. S.'schen Lehre finden will.) Der Aus-
druck der 1. 7. cit. „possessionem .. . restituat possessori^ paßt
genauer auf die v. S?sche Ansicht: es ist nur die Frage, ob
man in der 1. 7. 6. cit. eine solche Genauigkeit des Ausdrucks
erwarten darf.
Zu den interdicta recuperandae possessionis rechnet v. S.

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