Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Savigny, Kecht des Besitzes. 5te Aust. 37?
Schatz in den Besitz und Ln daö Eigenthum eines solchen Fin-
ders übergegangen sei, wahrend sich doch eigentlich in Ansehung
des Schatzes gar nichts verändert hat? Ich glaube auch, daß
dieses gelaugnet werden müsse: aber nicht etwa deßwegcn, weil
die Besitzergreifung unvollkommen ist, sondern deßwegen, weil
es an einem erkennbaren Willen fehlt. UebrigenS wird sich
gewöhnlich dieser Wille schon in der körperlichen Besitzergreifung
auf eine unzweideutige Weise kund geben: manchmal wird er
aber auch den Weg der Bildersprache (Symbolik) wählen, um
sich außzusprechen: und so kann bisweilen die Besitzergreifung
einen Zusatz erhalten, der sie zu einer bildlichen (symbolischen)
macht, der aber ja nicht als zum Wesen der körperlichen Be-
sitzergreifung gehörig betrachtet werden darf. Es mag hier anf
die Feierlichkeiten bei den sonst üblichen völkerrechtlichen Besitz-
ergreifungen neu entdeckter Inseln erinnert werden, die wenig-
stens den Vorzug der Unzweideutigkeit hatten, wenn auch sonst
ihr rechtlicher Werth manchem Zweifel unterliegen mochte. —
Die Lehre von der körperlichen Besitzergreifung ist bekanntlich
bei v. S. mit besonderer Trefflichkeit entwickelt. Ich erlaube
mir nur folgende Bedenken, i. Ob der Ausdruck gut gewählt
sei, wenn v. S. den Erwerb des Besitzes auf das Bewußt-
sein physischer Herrschaft über eine Sache zurückführt,
möchte ich bezweifeln. Das Bewußtsein ist Täuschungen aus-
gesetzt, und dürfte sich deßwegen zum Prüfstein der Besitzer-
werbung nicht wohl eignen. (Daß diese Bemerkung daö We-
sen der v. S.'schen Ansicht gar nicht berührt, versieht sich von
selbst.) 2 Eine zweite Bemerkung betrifft die Erklärung der
1. 3 §, 5. D. de acq. v. am. poss. (S. 219 fgg.). Bekannt,
lich ist in dieser Stelle von einem tke8aurus die Rede, und eS
wird zur Besitzergreifung desselben das loco movere erfodert.
Da bemüht sich nun Von S., zu zeigen, daß dabei auf das
loco movere eigentlich nur insofeme etwas ankomme, als es

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