Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

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Römisches Necht.

perlicher äußerer Gegenstand — ein corpus corporale — wäre
ein hölzernes Holz,, und ein unkörperlicher äußerer Gegenstand
— ein corpus incorporale — wäre ein hölzernes Eisen, also
geradezu Unsinn. Aber von einem körperlichen Vermögensstück
sprechen,, heißt nicht zweimal dasselbe sagen: so wenig als eS
widersinnig ist, von einem unkörperlichen Vermögensstücke zu
reden. Um nun aber wieder zurückzukommen zu der Emthci,
lang in corpora und jura, so finden wird, daß die jura ent-
weder jura in re oder actiones (Ansprüche) sind. Bei den
actiones ist nun von einer juris (quasi) possessio aus sehr na*
türlichen Gründen nicht die Rede, indem ja Besitz und Anspruch
sich geradezu einander entgegenstehen. Besitz ist die unmittel-
bare Möglichkeit über einen Gegenstand zu verfügen; der An-
spruch dagegen kann sich nur mittelbar auf eine Sache bezie-
hen, insoferne er gegen eine Person gerichtet ist, damit uns
diese die Verfügung übet eine Sache verschaffe. ES bleiben also
die jura in ro als möglicher Gegenstand einer juris (quasi)
possessio für uns übrig. Unter den jura in re kann aber
nicht das Eigenthum mnbegriffen sein: denn die jura in re
stehen ja entgegen den corpora, zu denen ohne allen Zweifel
die im Eigenthum befindlichen Gegenstände gerechnet werden
müssen. Auch das dingliche Recht des emphyteuta ist nicht
darunter begriffen: denn dieses ist zwar kein Eigenthum;
kömmt aber doch dem Eigenthum so nahe, daß man die Ge-
genstände, an welchen es Statt findet, geradezu (corporaliter)
zum Vermögen rechnen kann. Auch das Pfandrecht ist nicht
darunter begriffen: denn dieses erscheint überhaupt mehr als
Zubehör des Schuldanspruchs, welcher dadurch gesichert werden
soll, als daß es wie ein selbständiges Recht behandelt würde.
Somit gehören die DiensibarkkilSrechte allein unter den Be-
griff der jura in re, und etwa noch das Recht an der su-
perficies, insoferne man nämlich derjenigen Ansicht folgt, welche

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