Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

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Römisches Recht.

nung bewiesen hat, daß Lex Romana überhaupt Römisches
Recht, nicht allein deö Breviar, bezeichnet. So konnte man
dazu kommen, neben dem Breviarium Julians Novellenaus.
zug , also ein. Stück des Ju stinianischen Rechtes, anzuwenden,
wovon viele Beweise bei Savigny sich vorsinden. Dieselbe
Sorglosigkeit in Prüfung der Quellen hat auch veranlaßt, daß
in drei sehr alten Handschriften die Collatio Legum Mosai-
carum et Romanarum mit einem praktischen Werke, Ju-
lians Auszug der Novellen, zusammen ^geschrieben worden,
sogar jene, wie v. Savigny II. LV3. nachgewiesen hat, von
Hincmar, als ein Stück der Lex Romana, cilirt worden
ist. Selbst UipianS Fragmente haben sich wohl nur durch
ein solches Mißverstandniß erhalten, indem sie, als ein Stück
der Lex Romana, mit einem Breviarium verbunden wurden.
Wenn also auch im Allgemeinen die Theodosianischen Rechte,
das. Breviarium und Justinian's Rechtsbücher als Hauptquel-
len gelten müssen, so sind doch in der Zeit vor der Bono-
nienser Schule in Folge des Mangels an historischer und kri-
tischer Kenntniß zuweilen andere Quellen, selbst die Lex
Rom. der Burgunder, zur praktischen Anwendung gekommen.
F. A. Wiener.

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