Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

z54 Römisches Recht.
Stande wäre, sie von den zufälligen Fehlern zu unter-
scheiden.
Ob übrigens die jetzt neu hcrausgcgebene Lex Romans
in ihrer Zeit zur praktischen Anwendung gekommen ist, könnte
man bei dem Mangel fester Beweise bezweifeln. Selbst die
Publikation derselben ist nicht ganz gewiß, ohne daß jedoch
dieser Umstand für jene Frage entscheidend ist, da in jener Zeit
nach der obligatorischen Kraft nicht so genau gefragt wurde.
So haben z. B. das Breviarium und die kanonische Samm-
lung der Westgothen Eingang im Fränkischen Reiche gefunden.
Dagegen könnte man aus dem Untergange des Burgundischcn
Reiches, welcher nicht lange nach der Abfassung des Rechts«
buches für die Römer erfolgte, die Ansicht hcrleitcn, daß cs
seine Anwendbarkeit bald verlohrcn habe. Jndeß lassen sich
für die wirklich statt gefundene und sogar über die Dauer des
Burgundischcn Reichs hinaus fortgesetzte Anwendung mehrere
Gründe aufstellen. Der erste ist, daß die noch vorhandenen
Handschriften nicht blos reine, zufällig gemachte Abschriften
sind, sondern Spuren von einer cigcnthümlichcn Bearbeitung
enthalten, wie sie damals und im spätern Mittelalter bei den
praktischen NcchtSbüchern gewöhnlich war. Ferner ergiebt sich
die wirkliche Anwendung der Lex Rom. Burg, daraus, daß
sie in den Handschriften sich nicht selbstständig, sondern an der
Seite praktischer Rechtsquellen, besonders des Breviarium, er-
halten hat. In der Ottvbonischen Handschrift folgen Post-
Theodosianische Novellen und der epitomirte Gajus. In der
Vaticanischen tmd der Pariser Handschrift steht die Lex Rom.
Burg, am Ende des breviarii: daß bei der ersten von Cujacius
benutzten Handschrift dasselbe der Fall war, ergiebt das Frag-
ment Papinianr, welches in der Ausgabe 1566 an der Spitze
steht. Endlich ist ,es vielleicht möglich, daß die von Mai
entdeckten Fragmente des Codex Theodo?. und der Lex Rom.

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