Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

32 Strafrecht.
lichen- Vortrag Stoff zu lehrreichen Bemerkungen über Crimi-
nal «Recht und Politik, und über die neuern zeitgemäßen An.
sichten , so wie über das Verhältniß der Wiffcnschaft und Pra-
xis zur Gesetzgebung geben kann. Die literarischen Nach-
weisuNgen beschränken sich im Ganzen aus die neuern crimina--
listischen Lehrbücher und eirrzeMe Abhandlungen,.Und sind in
dieser Beschränkung meist vollständig und sorgfältige aber die-
ser Vorzug ist nicht diesem Buche cigenthümlichs- sondern ihn
theilen unter-andern die vorhin genannten dre»'Werke. Da-
gegen vermißt man hier, so wie fast in allen andern Compen-
dien, welche die Literatur geben wollen, die genauere Be-
nutzung der altern, besonders praktischen Schriftsteller,
welche auf die Bildung so mancher Theorie manches noch im-
mer anzunchurendenRechkssatzeS so entschiedenen Einfluß ge-
habt has,en. Auf die Wichtigkeit derselben hat erst neuerlich
Bicner in den Beiträgen zur Geschichte des Jnqui-
sitions. Prozesses durch die von ihm zu Tage geförderten
interessanten Resultate recht aufmerksam gemacht, und diese
Schriften sind keineswegs für den Criminal-Proz eß allein,
sondern auch für das Criminal-Recht von Wichtigkeit. Frei-
lich muß man zugeben, daß diese beide Th'eile unserer Wis-
senschaft in so fern verschiedene Schicksale gehabt haben,
als im gemeinen Criminal-Prozesse, wo so viele Lücken
der Gesetzgebung durch Praxis und Doctrin zu ergänzen
waren, noch jetzt ein großer Theil des Anwendbaren auf sol-
che Auctoritate n gegründet ist, so daß ohne sie ein System
des gemeinen Criminal-Prozesses in seiner Vollständigkeit nicht
gedacht werden kann, wie die C. C. C. selbst im Ganzen schon
eine bestehende Praxi« voraussetzt, auf welche sie oft hin-
weiset, und deren weiterer Fortbildung sie durch ihre Bestem-
mungen keine Grenze setzen wollte; — das Criminal-Recht
hingegen, die Bestimmungen über Verbrechen und Strafen,

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