Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

Bauer, Lehrbuch der StrafrechtSwiffensch. zi
die Wiederholung vieler bekannten Dinge führen, womit Nie-
mand gedient wäre. Für welche Ansicht sich in bestrittenen
Punkten auch ein Schriftsteller erklärt: es wird nicht an Geg,
nern fehlen, die eine andere, oder die seinige aus an-
dern Gründen vertheidigen. Wir übergehen daher hier sol-
che Fragen,,;. 23. wodurch der Thatbestand eines dritten Dieb-
stahls gegründet werde, ob dvrch. das bloße Faktum dreimali-
ger Ueberkretung des Gebots; „Du sollst nicht stehlen"
oder erst,- wenn die erlittene Strafe lfrühexer Diebstähle den-
noch die Neigung des Verbrechers, sich an fremdem Eigen-
thume zu vergreifen, nicht zu unterdrücken vermochte- Fehlt
es gleich nicht an Stoff zu Disputationen über solche Fragen,
so muß man doch bekennen, daß.der Derfaffer meist solche
Meinungen ausgenommen, solche Resultate hinstellt, wie sie
mit überwiegenden Gründen gegen Widerspruch in Schutz ge-
nommen werden können. Dazu haben, ausser den vereinten
Bemühungen der Bearbeiter unserer Wissenschaft, unter wel-
chen der Verfasser selbst eine ehrenvolle Stelle einnimmt, be,
sonders das Lehrbuch von Martin, die neunte Ausgabe von
Feuerbach, und die öfters erwähnten Wachter'schen Noten
eine solche Vorarbeit geliefert, daß es für die, welche sich auf
den blös dogmatischen Gesichtspunkt beschränken, fast un-
möglich ist, im besonder» Theile des Eriminal-Rechts Origi-
nelles zu leisten.
Der besondere Theil enthalt demnach auch mehr ein An->
schließen an die hergebrachte Art des Vortrags, als an die
Quellen, welche letztere hie und da noch eine andere Benutzung
darbieten könnten, als blos zu Belegstellen zu dienen» In
letzterer Hinsicht ist die Behandlungsart nicht überall gleich.
Dagegen sind die häufigen Vergleichungen neuerer Gesetz-
gebungen und des Hannoverischen Entwurfes mit
dem gemeinen Recht eine schöne Zugabe, welche bei dem münd-
Krit. Zeitschr. IV. i. 5

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