Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

304 Handelsrecht.
eingehenden Zahlungen für eigene und dritte Rechnung §. 75,
einige Vorschriften für den Concurs §. 74 — 80. Angchangt
ist ein sehr ausführliches Register, welches zugleich die §§. der
bisherigen W. O. und die Materialien zu einem Handelsgesetz,
buche angiebl. — Ref. kann eine der interessantem Erscheinun-
gen in der neuesten Literatur dcS Handelsrechts unmöglich ver-
lassen, ohne einige Punkte derselben hervorzuheben. Zufolge
§. 1—5 sind Handelsgesellschaften bei Geldstrafe verpflichtet, die
Namen aller Theilhaber der Handlung und im Fall der Tren-
nung dieselbe ausser der Bekanntmachung an ihre Corresponden-
ten bei Strafe der fortdauernden solidarischen Verbindlichkeit der
Theilhaber auf einem schon in der W.O. von 1766 zum Theil
vorgeschriebenen, seitdem mehrmals aufs Neue eingeschärften
Wege zur Kenntniß der Börse zu bringen. Der Theilhaber
der Societat verpflichtet (übereinstimmend mit §, 7 der W.O.
von l73y) die Societat solidarisch für in ihrem Namen einge-
gangene Verbindlichkeiten in dem Fall (also in andern Fällen
nicht?), wenn er einen besondern Handel für eigene Rechnung
trieb und darin insolvent wurde, ohne Rücksicht, ob eine vor-
sio in rem für die Gesellschaft Statt gefunden. Verirrt sich
der Gesetzgeber nicht zu weit in das Gebiet der Casuistik? —
Der §.13 erklärt jetzt ausser Frauenzimmern, die keine Han»
delsfrauen sind, und Minderjährigen Alle wechselfähig, die
sonst conlrahiren können, und hebt alle die zweckmäßigen Be-
schränkungen des §.8 der W.O. von i75y auf. Es entsteht
hierbei die Frage, ob Handclöfrauen auch nach aufgehobener
Handlung für während derselben geschlossene Wechselgeschäfte
wechselrechtlich verhaftet bleiben? Das Preußische Landrecht
Th. 2. Tit. 8. §> 724 hat bekanntlich diese Frage ausdrücklich
herborgehoben und bejaht. — Gut redigirt ist der §. 24. über
Ehrenaccepte. Aber unbegreiflich und mit aller kaufmännischen
bona, iides unverträglich der §. 51, wonach ein bloßes Ac»

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