Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Hermann, Aul. j.Abfaff. d. Dcrtbeid.Schriften f. peinl. Angesch. tn
gibt/ ist zwar im Ganzen recht gut und zweckmäßig geordnet,
aber doch in Ansehung der Anordnung sowohl als, der Behand-
lung und Vollständigkeit weit hinter dem, was Mittermaier
(§. Zo fg.) undGerstäcker 0. 12. fg.) über dieselben Gegen-
stände sagen. Besonders dürstig ist daö, was über den durch
Kunstverständige geführten Beweis gesagt wird, von dem nur
nebenhin bei dem richterlichen Augenscheine (S. 52. fg.) die
Rede ist; namentlich wurde der Mangel der Gegenwart des
Gerichtes bei der Besichtigung durch Kunstverständige ganz un-
berührt gelaffen. — Bei dem qualificirten Geständnisse (S. 56.
lit. f.) durfte nicht unbemerkt bleiben, daß der mit dem Ge-
ständnisse verbundene entschuldigende Zusatz wenigstens wahr-
scheinlich gemacht worden sein oder die Vermuthung für sich
haben müsse, weil dieses Geständnis sonst keinen Dertheidi»
gungsgrund gewährt. — Bei dem durch Urkunden und Jnstru-
mente geführten Beweise (§. 29.) hätte der Defensor auch auf
die Verthcidigungsgründe aufmerksam gemacht werden sollen,
welche sich aus den zur Herstellung der Acchthcit der vom An-
geschuldigtcn herrührenden Urkunden gebrauchten Mitteln erge-
ben, so wie darauf, daß das in einer Urkunde enthaltene Ge-
ständnis nur ein außergerichtliches sei, welches selbst durch die
Anerkennung der Urkunde kein gerichtliches werde n. s. w. Ue-
berhaupt sind die Vcrtheidi'gungsgründe, welche sich auö der
Beziehung der einzelnen Beweismittel auf die durch sie zu er-
weisenden Thalsachen herleiten lassen, und oft höchst wichtig
sind, indem B. der Thatbestand nicht durch das Geständniß
allein oder durch die Aussage derselben Zeugen, welche die
Verübung der That durch den Angefchuldigten bezeugt ha-
ben, erwiesen werden kann, ganz unberührt, geblieben. —
Die Nebendefensionen (§. 52—40.) si,w sehr vollständig,
zweckmäßig und deutlich behandelt; bei einer jeden werden zu-
erst die Erfordernisse zur Verfügung des betreffenden Proreß.
Ärit. Zeitschr. IV. r. 7

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