Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Hermann, Anl-j.Abfaff.d.Vertheid.Schristenf.peinl. Anges». rül
Buch beginnt,-billig vorangehen sollte- weil sich die Nothwen-
digkcit einer Sache aus deren Begriff und Wesen ergeben soll.
Die Begründung der Nochwendigkeit berVertheidigung(H. 1,
nach welchem sogleich der $, 5. (Nochwendigkeit der Trennung
der Person de» Vcrtheidigers von der Person de» untersuchen-
den Richters) stehen sollte, indem in diesen beiden §§. die
Nothwendigkelt der materiellen und formellen Verlheidi-
gung (dieser Unterschied ist wieder nirgends angegeben) dargc-
than werden will) aus dem Staatszwecke ist höchst dürftig,
indem blos gezeigt wird, daß der Staat eben so zum Beweise
der Unschuld, wie zum Beweise der Schuld'verpflichtet sei.
^,Es ist (heißt es §. i.) gleiche Pflicht des Staate», mit
derselben Sorgfalt zu erforschen, daß der Beschuldigte die Hand-
lung nicht begangen, oder zwar eine dergleichen That verübt,
aber kein Strafgesetz dadurch verletzt, oder, wenn er auch ein
„dergleichen"^(dieses Work kömmt gar zu oft vor, da es doch
überall gar leicht mit „solche rc." hatte verrauscht werden
können) Gesetz verletzt haben sollte, dennoch aus andern recht-
lichen Gründen von der Strafe frei sei, um hierdurch eben-
falls die Verletzung des Recht» deö Angeschuldig-
ten äufFreiheit von unverschuldeten Uebeln zu ver-
meiden". Allein der Beweis der Unschuld'ist mit der Defen-
sio» durchaus nicht identisch; er gehört weder zu ihrem Be-
griffe noch zu ihrem Zwecke. Sie ist vielmehr, wie der Crimi-
nalproceß selbst, wovon sie einen wesentlichen Theil bildet,
blos ein Mittel, die (materielle) Wahrheit aufzudccken und so
ungerechte Strafurtheile möglichst zu verhindern, also ein Mit-
tel, nicht bloö die Unschuld gegen alle Strafe, sondern auch
den Schuldigen gegen eine härtere, als er wirklich verschuldet
hat, zu schützen, so wie den Staat selbst von der Begehung
einer Ungerechtigkeit abzuhallen, damit er nicht sein Recht auf

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer