Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

22 Strafrecht.
dem Thatbestande die Rede feyn, als welcher selbst nichts
'anders, als der Begriff und die Wirklichkeit des Verbrechens
ist: hier aber wird diese Lehre/ sofern sie Bedingung der An-
wendung der Strafgesetze überhaupt ist, H. 115 rc. gleichsam
als Episode jener letztem eingcschoden: es könnte hiernach,-da
das Verbrechen und jedes einzelne Merkmal eben' so ein Bedin-
gendes der Strafe ist, dieses unter letzter» Gesichtspunkt gezo-^
gen werden, — am Ende das ganze Criminalrecht, denn auf
die Anwendung des Gesxtz^L reducirt sich doch zuletzt Alles.
Dasselbe laßt sich in Ansehung der Stellung der Lehre von
der Zurechnung erinnern §. n7, deren Zusammenhang mit »
der Lehre von der Handlung der Verfasser nicht^anerkcnncn will:
dennoch hatte sie mit der Lehre von äolus und culpa tue»»
nigstens in Verbindung gesetzt werden können, da die Hand-
lung, wenn sie eine solche d. h. zuzurechnen ist- auf die-
sen oder jene bezogen werden muß. Wie in andern Fallen,
so findet sich auch hier mehr nur in der Art der Begrün-
dung als in den Resultaten eine Abweichung von sonst
gangbaren Theorieen. Nach der An.drvhungs- oder hier
Warnungs-Theorie soll nehmlich Alles darauf ankommen,
den Bürgern, welche von der Strafwürdigkeit der bedrohten
unerlaubten Handlung unterrichtet werden, durch die in der
Androhung sinnlicher Nebel liegende Warnung ein neues
wirksames Motiv zum gesetzmäßigen Handeln zu geben.
Die Zurechnung ist nur bedingt durch die Möglichkeit der
Abhaltung durch das Strafgesetz, also durch das Bewußt«
fepn der Strafbarkeit (insbesondere die Kenntniß des Gesetzes),
und durch die Wislkühr, welche hier so viel als Freiheit
öder Möglichkeit der Selbstbestimmung, innere und
äußere heißt, wonach sie freilich, wie der nach solchen Mo-,
tiven handelnde Mensch, und der, durch die Motiven nicht
bestimmt wurde, — denn es ist von der Zurechnung des bc»

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