Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

224 Römisches Recht.
condictio Triticiaria ein (1. t. pr. D. ibid.), Die incerti
condictio tritt ein, wenn der Anspruch auf ein durch die Quan-
tität nicht ganz vollständig bestimmtes genus, oder auf eine
res incorporalis gerichtet ist, z. B. auf eine liberatio, auf ein
jus pignoris u. dgl. Daß die condictio Triticiaria eine prä»
torische Klage sei, wie der Vers, behauptet,, möchte ich nicht
zugeben, weil in der 1.1. D. de cond. Tritic. nicht die ge»
ringste Hindeutung auf das pratorische Recht vorkömmt. Die
Klage konnte auch von einem Rechtsgelehrten den Namen ha-
ben» Wenn die condictio certas pecunias allein eine certl
condictio heißt, wahrend doch die condictio Triticiaria auch
auf eine res certa geht; so ist hier der Sprachgebrauch aller-
dings etwas willkührlich, und im Gegensätze mit der incerti
condictio scheint wirklich die Triticiaria condictio zur certi
condictio (in einer weiteren Bedeutung des Ausdrucks) gerech-
net werden zu müssen, obgleich dieser Sprachgebrauch sich nicht
belegen laßt. — Wird nun nach der Begründung der condictio
gefragt, so ist meiner Meinung nach daraufzu antworten, .daß
ein condicere in allen Fallen eintritt, in welchen ein persön-
licher Anspruch nicht durch eine formnla in factum concepta,
oder durch eine actio bonae fidei, oder arbitraria, oder end-
lich durch eine die besondere causa des rechtlichen Anspruchs
namentlich enthaltende actio geltend gemacht wird. Dabei ist
aber Hauptregel, daß man Sachen, die man als Eigenthum,
oder überhaupt in Folge eines dinglichen Rechts in Anspruch
nimmt, nicht mit einer condictio, sondern mit einer vindica-
tio verfolgen muß: eine Regel, die bekanntlich bei den geraub»
ten und entwendeten Sachen eine Ausnahme leidet (vgl. z. B.
auch I. i. §. t. D. de cond. Tritic.). Vorzugsweise wird al-
so die condictio Vorkommen, wenn der rechtliche Anspruch gar
nicht auf einer. bestimmten Thalsache (contractus sive de-

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