Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Gaii instit. coimn, IV. rec. Helfter. 219
erklärt werden zu können: es ergkebt sich nämlich, wie zur Be-
gründung der praescriptis verbis actio es nothwendig ist, daß
eine civilis actio^ mit einer bestimmten formula sich zum An-
knüpfungspunkte darbiete; daher auch, wenn ein solcher An-
knüpfungspunkt fehlt, die praescriptis verbis actio als unzu-
laßig betrachtet werden must. Verfolge ich die hier zum Grun-
de liegenden Ansichten weiter; so kann ich auch dem Vers,
nicht zugeben, daß die utiles actiones, immer in factum con-
ceptas sind. Man betrachte zum Beispiel die utilis actio, wel.
che der bonorum possessor als fictus heres anstellt (Gai. IV
34)j f° fwdet man die juris civilis intentio deutlich genug
(Si paret N. N. A. A. sestertium X millia dare oportere).
Wo wäre hier die in factum actio ? So bezweifle ich auch gar
sehr, daß die utilis actio legis Aquiliae und die in factum
actio ad exemplum legis Aquiliae der Form nach dasselbe ge-
wesen sind. Die utilis actio war in jus concepta, z. B. Si
paret N. N. damni causam dedisse quam ob rem si corpo-
re damnum datum esset, ex lege Aquilia damnum deci-
dere oporteret etc. Die in factum actio lautete dagegen
z. B. also: Si paret, A. A. servum N. N. compeditum sol-
visse eoque N. N. damni causam dedisse, quanti ea res
erit, tantam pecuniam judex N. N. A. A. condemnato etc.
Daß in allen Fallen, wo eine utilis actio legis Aquilin zulas.
sig war, auch eine in factum actio ad exemplum legis Aqui-
lin Vorkommen konnte, darf nicht befremden: aber es mochte
allerdings einige Falle geben, bei welchen man Bedenken trug,
die formula der legis Aquiliae actio anzupaffen, und demnach
blos eine in factum actio zuließ. Der §. ult. J. de lege A-
quilia ist offenbar dieser Ansicht günstig. — Ueber die eigen-
thümliche Erscheinung, daß für das depositum und commo-
datum zwei formulae, eine in jus concepta und eine in factum

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