Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

Georget- äfjtl- Untersuch, d. Crim-Proc. 185
das Mittel, also hier in vollem Verhältnis zur Wirkung
steht.. —- ;
Ferner hat der Derf. in der Untersuchung im enger»
Sinn darin gefehlt, daß er, statt seine Gründe in lichter Ord-
nung, und bastrt auf eine gültige Psychologie und Pathologie,
zu entwickeln, lediglich die für seine Ansicht paffenden Punkte
aus den Acten hervorhebt und an sie Exklamationen hängt,
wie: „Das kann nur ein Verrückter thun!" „Dieses Betragen
ist zuverläßig das eines Irren!" „Bei uns wird ein Menschen,
fresset für wahnsinnig gehalten werden müssen!" u.s.f. Solche
Machtsprüche.sind keine Beweise, auch wenn sie wahr sind,
und sie machen das ganze Resultat verdächtig, wenn sie auf
Sätze folgen, welche einzeln wenigstens ihre Wahrheit bezwei-
feln lassen. .3. B. „Nur ein Verrückter kann so unvorsichtig
seyn, mit so wenig Hülfsmitteln (50 fcs) die Heimalh zu ver-
lassen, um eine stlche Lebensart zu führen," (nämlich im
Walde von Eicheln, dem Fleische von Kaninchen rc. zu leben;
dazu braucht man eigentlich gar kein Geld); oder: daß der
Angeklagte sich für einen aus Brest entlaufenen Galeerensclaven
ausgab, worüber er doch im Augenblicke konnte Lügen gestraft
werden, „diese verrückte Idee, glaube ich, muß man seiner
Geisteskrankheit zuschreiben." Diejenigen, die nicht außer Acht
lassen, wie der Verf., daß Läger mit solchen Angaben Jrrfcpn
zu simuliren die Absicht haben konnte, werden nicht gleich un-
bedingt, wie oben, siatuiren. — Im Urtheile endlich ist
Georget tadelnswerth, weil er, weit entfernt, das Jrrfcpn,
welches die Untersuchung ergab, seiner Art nach mit Bestimmt-
heit zu nennen, durch seine schwankenden Aeußerungcn viel-
mehr darthut, baß er über den Begriff der Scclenstörung, so«
fern sie die Zurechnungsfähigkeit aufhebt, oder wenigstens über
die Unzweideutigkeit des psychisch - ärztlichen Urtheilö, wie es
der Richter verlangt, nicht ganz im Klaren ist, er könnte sonst

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer