Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

j 84 Gerichtliche Me di ein.
stand, eben wie sie an der Hand der Mutter spazieren gehen,
eins nach dem andern mordet. — Ref. glaubt mit den wenn
gen Thatfachen den Entwicklungsgang einer Hypochondrie zum
Wahnsinn bezeichnet zu haben, und will, um kurz zu sepn,
und nicht zu^wiederholen, nicht das Charakteristische generali-
siren und mit den Erscheinungen vergleichen, wie man sie ähn-
lich bei Hunderten von Candidaten zur Seelenstörung und voll-
endet Seelengestörten beobachtet; ja, er ist der Meinung, daß
in jedem Falle schon der einmal erwiesen früher da gewesene
Wahnsinn, ohne alles Weitere, die Todesstrafe' ausschließen
muß, weil bei solchen Menschen kein Arzt die Möglichkeit ei-
nes schnellen Rückfalls, wenn er vorgeschützt wird, kategorisch
^äugnen kann, auch dann nicht, wenn unmittelbar nach der
That Besinnung und ein von ihr geleitetes Betragen beobach-
tet wird. Bei Papavoine war es so. Das Ungeheuere seiner
That brachte ihn zu sich, und die Angst vor dem Tode, die
Lebenslust, die wir schon während der beginnenden Gemüths-
störung stets im Hintergründe . seiner Phantasien durchblicken
sahen, machte ihn in seinen Verhältnissen als Gefangener und
Angeklagter erfinderisch und ungewöhnlich klug. Res. ist sogar
nicht abgeneigt, Papavoins Mordversuch auf seinen Mitge-
fangenen Labiet, als eine Finte zu betrachten. Es gibt Viele,
welche die Möglichkeit einer so plötzlichen Rückkehr zum Be-
wußlseyn bezweifeln und sagen werden, PS. Zustand vor der
That fep blos Anlage zur Seelenstörung gewesen, und die
Anlage zu einer Krankheit sey noch nicht die Krankheit selbst.
Diesen erwiedern wir, daß bei einer solchen Anlage zwischen
ihr und der Krankheit die Grenzen offen stehen, und Niemand
mehr bestimmen kann, in wessen Gebiete die irrende Seele im
nächsten Augenblicke schweben wird, und daß, wenn die plötz-
liche Rückkehr der Vernunft ein Ungewöhnliches, ein fast Un-
glaubliches ist, ein solcher Mord es nicht minder ist, und

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