Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

i8r 1 Gerichtliche Medicin-
einander unterhalten, und Mordversuche auf einander machen;
daß man anerkannt Irre einen Eid schwören laßt; daß, nach
dem Ausdruck einer Anklageacte, die Gerechtigkeit nicht nöthig
Hat, das Geheimniß, welches eine verbrecherische Handlung
rinhüllt, also das eigentlichste Motiv derselben zu erforschen;
daß ein Geschwornengericht also urtheilt: 0 ja, der Ange-
klagte ist schuldig, einen Menschenmord begangen zu haben:
2) ja, dieser Mord wurde freiwillig und mit Vorbedacht be-
gangen : Z) ja, der Angeklagte war wahnsinnig in dem
Augenblicke, wo er den Mord vollbracht hat! und dergl. mehr.
Daß aber die medicinische Seite des 'Buchs unsere Auf-
merksamkeit in besonderem Grade auf sich zu ziehen nicht ge-
geeignet sey, dieses Urtheil bezieht sich ebensowohl auf die Prä-
fungsäkt der einzelnen Processe, als auf die allgemeinen Be-
trachtungen. Ref. kann jene nicht billigen, weil Georgct
nicht alle zum Zweck der Ausmittlung des persönlichen Zu-
stands tauglichen Data der Relation, deren Summe durch
die Natur des französischen Gerichtsverfahrens ohnehin sehr be-
schränkt wird, für seinen Beweis benützte, und in dessen Füh-
rung sehr bedeutenden, fast entscheidenden Momenten einen un-
tergeordneten Rang anweist, dagegen aus minder wesentlichen
wehr erklärt, als sie in der That auösagen. Daher rührt es,
daß wir auch im Resultate nicht völlig mit dem Verf. in Har-
monie kommen. Ref. wenigstens halt dafür, daß bei keinem
der Angeklagten Gemüthsstörung unumwundener behauptet und
evidenter bewiesen werden kann, als bei Papavoine, und
eben bei ihm ist Georget unsicher und laßt die Frage unent-
schieden, wahrend er sie bei Felötmann kategorisch bejaht,
bei welchem Ref. zweifeln muß. Dagegen halt dieser mit dem
Derf. Läger und Läcouffc für unzurechnungsfähig, aber Jean-
Pierre für einen Betrüger. Es würde zu weit führen, diese
Ansichten mit Gründen zu belegen, nur beispielsweise macht

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