Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

i74 Gegen-Bemerkungen.
„sothane" Heiligkeit auch nicht gcnugthut. Unsere Germanisten,
dünkt mich, haben einige Artikel, die sie allzustark verbrauchen,
ich meine z. B. Gesammtbürgschaft und Were. Fast alles soll
heutzutage aus Gesammtbürgschaft und Were folgen. WaS
Were eigentlich sei, wie mancherlei grundverschiedne Were cs
gebe, darüber herrscht ziemliche Verwirrung, und blos den
Weren im Sachsenspiegel (H o mey er's Register p. 209. 210.)
dürfte sich ohne Gefahr keiner in die Arme werfen. Uebrigens
steht, der Baum in Were, wie des Nachbars Boden. Eine
Stelle aus dem Longobardischen Gesetz lehrt, daß man gar
nichts aus dem unschädlichen Betreten eines fremden Gartens
machte: 8i quis in hortum alterius, intraverit aut salierit,
ad furtum faciendum, componat sol. VI., nam si pro
sua re ingreditur et damnum non fecerit, non sit cul-
pabilis. Lex Roth. 289-
Von ältestem germanischem Recht bei Ueberhang und
Ueberfall der Früchte sprechen, möchte ich sonst nicht; kaum
über's Mittelalter hinaus reicht was wir wissen, und neuere
Statuten und Weiöthümer müssen erst vollständiger gesammelt
'werden, ehe sich, ob in ihnen etwas vom alteren Kern steckt,
sagen läßt. Bedeutend scheint mir das Sprichwort: wer den
bösen Tropfen genießt, genießt auch den guten.
Jac. Grimm.

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