Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Bauer, Lehrbuch der Straftechtswissensch. , 15
jeine, bk als solche nicht die moralische Person sind, die
Strafe leiden sollen, und wie tonnten Rücksichten dek
Räthlichkeit an die Stelle der Gerechtigkeit treten?
Nennt der Verfaffer die Einzelnen die Schuldigen, so
muß er consequent seine Ansicht aufgeben; übrigens liegt auch
in jener legislativen Räthlichkeit die Einseitigkeit., daß nur an
solche moralische Personen gedachtest, welche aus mehrern
php fischen Personen bestehen, und diese sind doch nicht die
einzigen. Halt man sich an den Begriff der Handlung^
als von dem Wissen und Wollen des Individuums aus
gehend, und stellt man diese Lehre in ihre nothwendige Verbin-
dung mit der Zurechnung, wodurch, wie Res. in seinem Sy-
stem versucht hat, eine innere Ordnung an die Stelle der
willkührlichtn gewöhnlichen Vehandlungsweise tritt, so könnte
man über diese Controverse langst hinaus sepn, und würde sich
auch nicht dadurch gebunden finden lassen, daß angeblich
das Römische und andere positive Rechte einer Ansicht zu-
gethan sind, welche selbst die, welche sie annehmen, gleichsam
durch einen innern Widerstand genöthigt, nicht wagen, in die
Praxis und neuen Gesetzgebungen einzuführen? Und sollte nicht
schon die einfache Betrachtungsweise ^ daß es eine Sache des
Gewissens und Willens ist, wie man sich in Beobachtung
der Gebote der Religion, der Sitte und des Gesetzes ver^
halte, auf den richtigen Gesichtspunkt führen? Allerdings wird
die Warnungstheorie auf die moralische Person, die keine Mo-
ralirat hat, nicht viel wirken. Wie wenn die Mitglieder der
moralischen Person jedes einzeln aus ihre Pflicht vereidigt
waren, in wessen Gewissen fallt dann die Ableistung des
Eides, und die in der Begehung des Verbrechens liegende
Verletzung des Eides? Und chenn wirklich die moralische
Person als solche delinquirte, sich also consequent der Fall
denken lassen müßte, daß jeder Einzelne als solcher un-
Krit.Zeitschr. IV. n

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