Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

Jl&liij, Sraatsw. i- Lichte u. Zeit. 2tt Aufl. iöi
halt. Rcc. will dabei nicht einmal rügen, daß nur die Polizei
eines Rechtsstaates gegeben wurde, wahrend die einer Theo-
kratie, eines patriarchalischen Staates toto coelo verschieden
ist, es ist dies eben wieder eine Folge der Einseitigkeit in der
allgemeinen Staats-Ansicht: allein das kann nicht mit Still»
schwelgen überlangen werden, daß es dem Vers, durchaus an
einem richtigen Begriff vom Gegenstände, an einem durchgrei-
fenden obersten Grundsätze fehlt, daß die Hälfte des Gegebenen
gar nicht hierher gehörte, Alles aber.auf das schlechteste geord-
net und materiell sehr dürftig ausgestattct ist. Diese Beschul-
digungen sind hart, aber nicht» weniger als unverdient. —
Was zunächst den Begriff der Polizei-Wiffenschaft betrifft, so
braucht eS keines, hierher nicht gehörigen, Eingehens in diese
verrufene Streitfrage, noch einer langen Polemik gegen die
Definition des Verf's, um ihre Unrichtigkeit uachzuweiscn. Ihm
zu Folge ist nämlich die Polizei: „die systematische Darstellung
der Grundsätze, nach welchen der gesammte Zweck des Staa-
tes (Recht und Wohlfahrt) unmittelbar gesichert und erhallen,
und dessen ununterbrochene Verwirklichung befördert und er»
leichtert werden soll." Rec. möchte wohl wissen, wie der Vers,
beweisen wollte, daß nicht auch Justiz, Finanz, und auswar.
tige Angelegenheiten unter diesen Begriff paffen, daß er nicht,
um es mit Einem Worte zu sagen, die Definition gebe: dieser
Theil ist das Ganze?— Nach einem obersten Grundsätze, in
wie weit nämlich die P. sowohl das Recht als die Pflicht
habe, den Staatsbürger zu beschützen und zu beschranken,
sucht man vergebens in der ganzen Schrift, so nothwendig ein
solcher auch für ein Gebiet ist, welches sonst aus eitel Wili-
kühr und Umhertappen besteht, wie es denn allerdings auch
in des Derf's Darstellung erscheint, und erscheinen mußte.
Dieses oberste Princip ist aber sehr leicht zu finden, wenn man
nur die richtige Begriffsbestinnnung her Polizei auffaßt, welche

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