Full text: Volume (Bd. 4 (1828))

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Leutsche Rechtögeschichte.
nug zu vermuthen, daß auch er herzogliche Würde mit kö^
niglicher Gewalt gehabt habe, ungeachtet sein Vater (also doch
auch ein Schwiegersohn eines Karolingers) bestimmt Mark-
grau in Friaul war, und Berengar selbst nirgends auch
nur Herzog, geschweige denn mit königlicher Gewalt, ge-
nannt wird.
Hiemit sind die Beweise des Vers, für seinen ersten Punkt
zu Ende, und Ref. überlaßt es seinen Lesern zu entscheiden, ob
sie denselben für berechtigt halten mögen, sein Resultat folgen-
dermaßen zu ziehen (S. 6. u. S. 26.): „und so schiene es
„ausgemacht, daß die ersten Herzogthümer im neueren Sinne
(zu Folge des Titels der Schrift: nach Karl d. Gr.) „Abfim
„düngen sind für natürliche oder Schwiegersöhne oder sonstige
„Verwandle Karolingischer Verwandten"?
Jndeß noch viel zweifelhafter wird dieses Resultat, wenn
man hinzunimmt, was der Verf. selbst seine Ansicht Widerle-
gendes beibringt, und was zum Theil, mit seinen eigenen Wor-
ten, bereits oben (S. 116.) angeführt wurde, zum Theil in
den vier letzten Kapiteln seiner Abhandlung enthalten ist. Dort
giebt er an, wie die Häupter mehrerer Völkerstamme, welche
mit dem fränkischen Reiche in Lehensverbindung gestanden,
aber nicht ihrer alten Verfassung beraubt gewesen, als Herzoge
angesehen worden fepen (ohne auf legitime oder illegitime Weise
mit dem Königshause verwandt gewesen zu sepn); hier aber
führt er ganz andere Gründe als Ursache der fast ganz
gleichzeitigen Errichtung von Herzogthümern an. Bei den
Schwaben — die Sorge für Erhaltung der Ordnung, und den
Wunsch den wahrend der Zeit der Kammerboten so lebhaft ent,
brannten Parrhieenkampf, insbesondere zwischen diesen und den
Bischöfen zu beendigen (S. 46 — 59>J bei den Franken —
ganz die gleichen Rücksichten (S.60 — 7o.); hei den Sachsen
-- die Absicht, daö in sich abgeschlossene und ifolirte, den Fram

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