Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Keller, üb. Litiscontest. und Urthril. 8i
herein erklärt, hauptsächlich die Consumtion des Klagerechts zum
Gegenstand seiner Untersuchung machen zu wollen.
, Diese Bemerkungen beziehen sich indeß nur auf den allge-
meinen Zusammenhang dieses Abschnittes. Im Einzelnen ist
, darin sehr viel Interessantes und Befriedigendes. So die Un-
tersuchung über den Begriff der uovario necessaria (§. 9.),
über die Prozeßverjährung (§. 15—19.), aus Gajus und an-
dern Quellenzevgnissen erläutert, und §. 22. über die Frage,
in wie fern es hinreiche, daß die Klage zur Zeit der L. C. be»
gründet sey.
Der zweite Abschnitt (§, 24 — 51.) handelt von den
Wirkungen des Urtheils im Allgemeinen. Es wird
gezeigt, wie durch die res.judicata eine zweite Consum»
tion bewirkt werde, welche unmittelbar das Klagrecht selbst zer,
störe, bald ipso jure, bald vermittelst der exceptio rei judi-
catas, welche von jetzt an die Stelle der exceptio re! !u ju-
dicium deductae vertrete. Im Fall des condemnatorischen Ur-
theils entstehe gleichzeitig eine neue Obligation, die actio judi-
cati,^ daß dann hier eine zweite Novation statt finde. Im
§. 27 u. folg, wird die zweifache Bedeutung , oder nach des
Derf.'s Ausdruck die positive und negative Funktion der ex-
ceptio rei judicatae entwickelt, ein merkwürdiger Punkt dieser
Lehre, welcher vor der Entdeckung des GajuS von Niemanden
geahnet worden, seitdem aber durch Vergleichung seiner Insti-
tutionen mit dem Pandektenrecht gewiß von Dielen bemerkt, je-
doch von dem Vers, zuerst gründlich dargethan und exegetisch
durchgeführt worden ist. Die Sache ist kurz diese. Betrachten
wir die Wirkung des richterlichen Urtheils von einem allgemei«
mn Standpunkt, so ist es nur Eine, bestehend in der unabän-
derlichen Gültigkeit seines Inhalts, oder der Verpflichtung der
Partheien, diesen Inhalt anzuerkennen, worin natürlich auch
die negative Verbindlichkeit liegt, dieselbe Frage nicht noch ein-
Krit. Jeitschr. V. i. 6

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