Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Pastoret, hist. d. 1« lcgisi. %
von den französischen Schriftstellern überhaupt sagt: daß sie um
die Verwirrung der Dinge in Deutschland unbekümmert, die äl-
teste Sage nicht viel anders, als die Geschichte Europäischer Ca-
binette, und sinnvolle Namenaufzahlungen Elcusinischcr Mhste- '
rienkönige, wie Successione» heutiger Fürsten behandeln, und
mit einem oft lächerlichen Scharfsinne und einer Kritik zu be-
richtigen streben, die nicht unkritischer gedacht werden kann.
Ein unerläßliches Erfordcrniß einer lebendigen Auffassung und
Darstellung des griechischen Altcrthums ist ein zusammen-
hängendes Quellenstudium, welches sich nicht auf die Kennt-
niß und Ansicht einzelner Stellen beschrankt. Nur dadurch ist
man in den Stand gesetzt, in den Mittelpunct einer histori-
schen Zustandes einzudringen, und die einzelnen Erscheinungen
desselben in ihrem organischen Zusammenhänge aufzufassen.
Sonst bleibt die Forschung und das Urtheil nur auf der Ober,
flache stehen, wie cs hier der Fall ist, und es fehlt das Band,
wodurch daS Einzelne in ein Ganzes vereiniget wird. Hierzu
gehört aber außer einem sorgfältigen Quellenstudium, außer der
Bcgriffebildung des Verstandes, eine zwar nicht schöpferische,
aber doch reproductive Phantasie, eine geistige Anschauung des
Individuellen, und diese setzt ^eine gewißc Sclbstverlaugnung
voraus, ohne welche sich überhaupt nichts Großes leisten laßt.
Diese Befangenheit in der Dolkseigenlhümlichkeit, in dem ge-
genwärtigen und persönlichen Zustande, worin der Schriftsteller
lebt, erinnert nur zu oft an das Wort von Göthe: Denn was
man so den Geist der Zeiten heißt,sz ist meist der Herren eigner
Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln. ES kann nun nicht
gesagt werden, baß der Geist des Herrn v. P. in dem Grie,
chifchen aufgegangen, und sich darein verwandelt habe, mithin
feine Darstellung ein treues Abbild der griechischen Eigcnthüm-
lichkeit sep. Vielmehr ist der Standpunct der Beurtheilung
und diese selbst durchaus »nodern. Die Phantasie, mit welcher

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