Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

ÄtJIer, üb. LitiScontkst. und Urcheil. 6y
Das Erste Buch, welches gleichsam eine Einleitung bil-
det, handelt von der prozessualischen Bedeutung der
LitiScontestation, und das Resultat der hier mitgetheilten
Untersuchungen ist in der Hauptsache Folgendes. Die Stelle
des Festus v. contescari wird als Hauptstelle zum Grunde
gelegt, und hiernach die L. C. für eine Zeugenaufrufung er-
klärt, durch welche in der Zeit der legis actiones der Beweis
der bloß mündlichen Instruktion in jure für das judicium ge-
sichert werden sollte. In der Zeit der formulae sep dicß durch
die schriftlich von dem Prator erlassene formula geschehen, da-
her jene Zeugenaufrusung, die L.C., ganz weggefallen. Wenn
sie dennoch in den Schriften der classischen Juristen erwähnt
werde, so geschehe dicß in einem doppelten abgeleiteten Sinne.
Erstens bezeichne eö den rein ideellen Endpunkt der Instruktion
in jure, an welchen man jetzt auf ähnliche Weise wie früher
an die eigentliche L. C. gewisse materielle Wirkungen geknüpft
habe. Zweitens litem contestari als Handlung sep das gc-
sammte Jnstruktionsverfahren vor dem Prator, ein Sprachge-
brauch, welcher vielleicht schon der altern Zeit und der Stelle
des Festus angehvre, indem man den Nahmen des Theils auf
das Ganze übertragen habe. Daß in der classischen Zeit die
eigentliche L. C. nicht mehr vorgekommen, dafür spreche auch
der Umstand, daß sie als besondrer Akt in den Quellen dieser
Periode nicht erwähnt werde, und baß ein Nescript von Sever
und Antonin (L. un. C. de lit. cont.) den Zweifel, wann li»
eonkestata sep, entscheide, ein Zweifel, welcher nicht gedacht
werden könne, wenn die eigentliche L. C., jene Zeugenaufru-
fung, noch im Gebrauch gewesen wäre.
Nachdem bann im §. 2. die Ansichten anoerer Schriftstel-
ler, rmter welchen nur Janus a Costa in der Hauptsache
mit dem Verf. übereinstimmt, angeführt sind, wird im §. 5—5.
noch insbesondere der Beweis geführt, baß die L. C. dem Ver.

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