Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

<? Griechtschrs Recht.
Wissenschaft, Mythologie, religiöses und politisches Leben der
Griechen, dessen Bildung und Eigenthümlichkeit dem Herrn von
Pastoret fremd geblieben. Daher denn der wissenschaftliche
Werth seines Werks sehr gering anzuschlagen ist. Wenn bei
uns die historische Skepsis und Kritik bis auf die äußerste Spitze
getrieben worden, ja hin und wieder in eine willkührliche
Hpverkritik ausgeartet ist, und der Zweifel Angaben und Au»
toritäten um ihr durch den Glauben der Jahrhunderte verjähr»
teS Ansehn gebracht hat, wenn der deutsche Tiefsinn in das
scheinbar Unbedeutende den Geist eines großen Gedankens gelegt
hat, und dabei von dem Mißgriff nicht freigesprochen werden
kann, die objektive Wahrheit durch die überwiegende Herrschaft
einer subjcctiven Phantasie verdunkelt zu haben, wenn bei uns
eine kühne und überraschende Combination, welche mitunter in
ein abcntheuerliches Hypothesenspiel umgeschlagen ist, das weit
auseinander Liegende in Verbindung, und durch sinnreiche Der«
muthungen in Uebereinstimmung zu setzen gesucht hat, so findet
sich von den hier bezeichnet«, Richtungen des deutschen Geistes
in dem Werke des Herrn von Pasto ret durchaus keine Spur.
Dasselbe hat an demjenigen Mangel, was als Uebermaaß den
deutschen Schriften hin und wieder zum Vorwurf gereichen
kann. Wenn bei uns die Macht der Idee, und zwar oft auf
Kosten des historischen Stoffs, das Uebergewicht hat, so ist hier
die diScursive Betrachtung von aller Idee getrennt, hinter der
Bedeutung und dem Geist der Thatfachen zurückgeblieben.
Historische Kritik ist so wenig geübt, daß die gehörige Sonde-
rung der mythischen und historischen Zeit fast überall vermißt
wird» CecropS-und die folgenden Könige sind dem Hrn. Verfasser
eben so wirkliche Personen, als Solon und Themistocles, wenn
derselbe er auch nicht verkennt, daß die frühere Geschichte durch
Fabeln entstellt worden ist. Es findet auf ihn daS eine voll«
ständige Anwendung, war O. Müller (Orchomenos S. io)

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