Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

4U Strafrecht.
(len Universitäten verbanden, auf welchen sie sich mit den Leh-
rern an der Spitze zu Nationen vereiniget hatten." — „Als
Zweck dieser landsmannschaftlichen Vereinigung wird angege-
ben: „Zur CognoScirung und Bestrafung der andern
geringen Verbrechen, ohne Bemühung des akademi-
schen Senats, weßhalb auch 8eniores zu denominiren, auch
zugleich Nationalüscor anzuordnen beschloffen wurde" (S.Z2.).
Der Verf. zeigt hieraus, wie die gegen diese Verbindung ergrif-
fenen Maaßregeln nur zum Widerstande aufgereitzt, und die
Entstehung der geheimen Verbindungen, d. i. der Orden
unter den Studirenden veranlaßt hatten; schon zwei Jahre
nach der letzten strengen Maaßregel gegen die Landsmannschaften
(1765) hätten die Orden durch ein Mandat v. iz. Febr. 1767.
verboten werden müssen (S. 55. u. 54.). Nach der Angabe des
Hauptzweckes der akademischen Orden (Erhaltung der Freiheit
der Studirenden, um ihre Ehrenhandel, unabhängig von der
Disciplin des Senats, Unter sich durch den Zweikampf abzu-
thun und hierbei eine gewisse Ordnung zu erhallen S. Z4-)
erzählt der Verf. (S. 54> fg.) weiter, wie die Orden durch ihre
Senioren, gewöhnlich gute Fechter, eine Art von drückender
„Aristokratie" gegen die „Profanen" wurden; sich aber
dennoch als „die vorzüglichen Stützpunkte der akade-
mischen Freiheit" erhielten; wie man es für ein „Marty,
rcrverdienst" ansah, sich den obrigkeitlichen Maaßregeln zur
Unterdrückung der Orden zu widersetzen, und wie diese desto
größern geheimen Zuwachs erhielten und an Ansehen Zunahmen,
je mehr Mühe man sich gab sie auszurotten. Er rügt (S.Z7-)
mit Recht den Fehler, den man in den neuesten Zeiten dadurch
begieng, daß man die Studirenden zur Theilnahme an der Er-
lösung des Vaterlandes von dem fremden Joche aufgerufen hat;
giebt die daraus entstandenen Folgen an, und tadelt (S. 58 ),
daß man, anstatt den guten Geist der in den neuern Zeilen

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