Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Draunmühl und Stephani üb. Duelle.
Geiste, „der um so leichter auch die protestantische akademische
Jugend ergriff, als eö die Erhaltung der Denk-, Lehr- und
Glaubensfreiheit, so wie die Selbstständigkeit des deutschen Va-
terlandes galt," leicht erklärbar ftp, „wie der damals, beson-
ders bei dem schwedischen Heere übliche Zweikampf auch von
der akademischen Jugend zur Schlichtung ihrer Ehrenhandel
unter sich eingeführt wurde" (S. 5°.). In den mit Hülfe der
Schweden zu Erfurt 1622. erneuten Statuten für die dort
Studirenden finde man zuerst des aufgekommenen Duell-Un,
Wesens erwähnt. Der Verf. ließ in der Note den einschlägi-
gen §. 52. dieser Statuten abdrucken, worin die Strafbestim-
mung so lautet: „8tatllimns, ut quisquis ex studiosis alium
ad pugnam — provocari (e) ausus fuerit, siquidem inde
subsecuta fuerit digladiatio, etiamsi sine caede vel vulnere
sit peracta: ut nihilominus is, qui provocanti adsensum
praebuit, menstrui carceris molestiae (a) adfligatur; et si
de auctore primo non constet (,) uterque relegatur.“
Nach einer später« Verordnung v. 1671. sey das Schlagen auf
den Stich mit immerwährender Nelegation verpönt worden.
Der Vers, erwähnt noch eines Nescripts v. 1641, für Jena,
wornach die Barbierer eidlich verpflichtet werden mußten, alle
verwundete Studenten anzugeben, die sich bei ihnen melden
würden (S.Zt.). „Je mehr man aber (fahrt der Verf. (S. 31.)
fort) von Oben mit Gewalt diesem Unfuge steuern, und
die studirende Jugend zur Unterwürfigkeit gegen die DiScipli-
nargesetze anhalten wollte, desto enger verband sich jene dagegen,
um ihre Selbstständigkeit gegen solche vermeintlich despotische
Behandlung zu behaupten und eigene gesetzliche (?) Bestim-
mungen darüber unter sich zu verabreden, welche in der Folge
den Namen Burschencomment erhalten haben." — Die ersten
Landsmannschaften sepen 1675 in Jena entstanden, „indem sich
die sammtlichen Studirenden hierzu nach dem Muster der alte-

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