Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Strafrecht.

Folgen blieb, oder gar nicht statt hatte, ohne jedoch ausdrück-
lich zurückgenommen worden zu seyn" (Art. 2.). Nach Art.
ist aber schon des Verbrechens des Zweikampfes schuldig, wer
aus was immer für einer Ursache Jemanden zum Streite mit
Waffen durch Unbilden reizet, oder dazu herausfordcrt, oder
die Ausforderung an nimmt, oder sich ohne Weiteres dazu
stellt." Wohl schwerlich wird Jemand mit dieser, freilich nur
durch den Gesetzesentwurf v. 1822. veranlasiten (S. 109.) Be>
stimmung deS Begriffes von dem (vollendeten) Zweikampfe ein.
verstanden fepn können, da derjenige, welcher die eine oder
andere darin bezeichnete Handlung begeht, wahrlich noch keinen
Zweikampf bestanden, sondern erst Vorbereitungshandlunge» zu
diesem vorgenommen hat. Es ist einer der gröbsten Fehler, den
eine Gesetzgebung begehen kann, wenn sie die Worte in einem,
ihrer gewöhnlichen Bedeutung widerstreitenden Sinne gebraucht,
oder gar unlogische Begriffsbestimmungen aufstcllt. Zudem sind
die bei dieser Definition gebrauchten Ausdrücke, wie wohl von
selbst einleuchtet, so unbestimmt, daß die'vorgeschlagene Be-
griffsbestimmung schon aus diesem Grunde für eine Gesetzgebung
nicht empfohlen werden könnte. Sodann ist bei den Strafen,
über deren Maaß sich Ref. kein Urtheil erlaubt, weil er über-
haupt jede Strafe gegen das Duell da und so lange für recht-
lich unstatthaft halt, wo und wie lange das herrschende Sian-
desvorurthcil einen psychologischen Zwang begründet, gar nicht
zwischen dem eigentlichen Veranlaffer des Duells, dem muth-
willigen Beleidiger oder dem muthwilli'gcn Anreizer zur Belei-
digung, und dem unschuldigen Theile unterschieden; was durch
die (Art.5.) angegebenen Milderungs- und Scharfungsgründe
wohl nicht überflüßig wird. Die Gehülfen (Kartelltragrr;
Sekundanten; Zeugen bei dem Zweikampfe; solche, „welche sich
zur wundarztlichen Hülfsleistung (ge)brauchen ließen, und nicht
von dem Zweikampfe sobald sie konnten, der Obrigkeit Kennt.

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