Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Braunmühl und Stephani üb. Duelle. 397
jenen die Schwertstrafe, diesen der Strang; der iin Duell ge-
bliebene Unadeliche wird aufgehangt, der Adcliche aber an ei-
nem „unehrlichen Orte" vom Wasenmcister vergraben rc.
(2. 69.). Ein dem Duellmandate einverleibtes besonderer Ge-
setz über richterliche „Abwandelung" von Injurien zwischen
Personen der höhern Stande, ganz im Geiste des Ducllman--
dales abgefaßt (s. S.70. fg.), sep wenig oder nie zur Anwen-
dung gekommen (S. 87-). Die - Armee-DiensteSvorschristcn
V. r82Z. (Thl.I. Kap.42. §.482.), deren Inhalt der Vers.
(S. 7r—75.) mittheilt, bestrafen die thatlichen Ehrenbelcidi-
gungen a) unter gemeinen Soldaten mit Arrest oder körperli-
cher Züchtigung, unb; b) unter Unterofficieren zuerst disciplina-
risch, dann mit geschärftem Arreste, und unterwerfen e) die
wörtlichen und thatlichen Ehrenbelcidigungcn der Officicre dem
inappellablen Aussprüche eines (nach Kap. 44« §§. 514.) aus
einem, vom Commandanten oder.von der höhern Dienstcsbe-
hörde ernannten.Stabs »Officicr als Vorsitzer und aus sechs
Officicren als Beisitzern bestehenden Ehrengerichtes. Die Um-
gehung dieses Gerichtes oder der Ungehorsam gegen dessen Aus-
spruch hat Entlassung zur Folge. - Da da« Ehrengericht bloß
ermächtiget war, auszusprechen, o b eine Beleidigung der Ehre
vorliege oder nicht; aber keine Bestimmung darüber vorlag, wie
eine wirklich vorgefallene Ehrenbeleidigung zu bestrafen, und
wie dann zu verfahren seh, wenn der eine Theil vom Civil
ist, und ob ein Zweikampf dann angche, wenn nach dem Auö-
spruchc des Ehrengerichtes wirklich eine Beleidigung Statt ge-
funden hat.:- so erklärte eine Bestimmung v. 4-Horn. 1824.,
deren Eingang die Absicht ausspricht, durch Ehrengerichte den
Ehrenverletzungen der Officicre und so den Duellen vorzubcu-
gen, diese Ehrengerichte für Vermittelungsamter, und setzte fest,
daß ein Officicr, der seinen Kameraden muthwillig an der Ehre
beleidiget hat, mit der Entlassung bestraft und zur feierlichen

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