Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Strafrecht..

Verf. noch den Zweikampf aus dem Gesichtspunkte „des Ver.
nunftrechtcs oder philosophisch," obwohl Res. die hier berühr-
ten Gründe für!keine philosophischen Rechtsgründe halten
kann, indem es z, B, heißt: ,,daß Rache für Beleidigung ei»,
nem Weifen, einem Vernünftigen nicht zustehe (das conven»
tionell geordnete Duell ist auch keine Rache), daß.es weit
edler ist, .Beleidigungen zu dulden, als sich durch sie zur Lei-
denschaft äufreizen zu lasten u. si w." Endlich sucht er (S.45—
<io.) einige Ansichten Anderer, die sich bedingt oder unbedingt
für den Zweikampf erklärt haben, namentlich des Beccaria,-
des Eschenmair, des Cucumus und besonders des unbe-
kannten Derf.'s der Schrift: Üeber den Zweikampf. Eine
philos. Abh. Nürnb. iFry. zu widerlegen. — Des Derf.'s
Grundgedanke im allg. Th. ist: der Staat dürfe das Duell
nicht gestatten , sondern müsse dasselbe durch zeitgemäße Straf»
bestimmungen und durch allgemeine Ehrengerichte, welche je-
doch ein Surrogat der Duelle scpn sollen (was aber im allg.
Thl. blöß S. 43. u. 44. u. 60. angedeutet wird, da der Verf.
im befondern Thl. hierüber handelt) auszürotten suchen. Die'
Ausführung der Unstatthaftigkeit des Zweikampfes ist gegen ein
Fantom gerichtet, da, wie der Versi selbst zugibt, daran kein
Vernünftiger zweifelt, daß der Zweikampf ein Uebel sey, dem
man zu steuern suchen müsse, Dieses ist aber durch Strafver-
bote nicht erzielbar, wie die Erfahrung lehrt, und sich auch
aus der Natur der Sache ergibt, da Voruriheile, die außerhalb
des Physischen liegen, durch Strafverbote, die bloß gegen die
sinnliche Natur gerichtet iuib überhaupt nur dann wirksam sind,
wenn das durch sie Verpönte auch nach der allgemeinen Mei-
nung für strafbar gehalten wird, niemals ausgerottet werden
können. Qder haben etwa die vielen strengen Duellmandate in'
Deutschland die Zweikampfe vermindert oder gar vernichtet?
Gibt doch der Verf. (S. 44-, wo er übrigens irrig behauptet.

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