Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Müller, Bektr. Lehre v. Pfandrecht. ZS?
möchte, „weil hier, wo cs sich vom Vorrang der Gläubiger
handelt; der eine Gläubiger dem andern nicht daS Pfandrecht
bestreitet." Da es sich nach der Voraussetzung von einem spa-
lern Gläubiger handelt, gegen welchen geklagt wird, und ein-
zig vom Vorzug nach der Zeit, so kann und muß der, unbe-
sirittencr Maßen spatere Gläubiger seinen Vorrang, oder viel-
mehr sein Pfandrecht damit retten und wirksam erhalte», daß
er daS Pfandrecht des anerkannt früher« bestreitet. In keinem
Fall hatte Ref. von irgend einem andern Widerspruch des
später» Gläubigers geredet, als der daraus hergenommen würde,
daß der frühere Gläubiger eine fremde Sache zum Pfand er-
halten habe. — Resi berief sich früher auch auf l. 9. §. 3, D.
qui pot. in pign.; und er ist noch jetzt der Meinung, daß
diese Stelle seine ganze Ansicht über die Verpfandung einer frem»
den Sache bekräftige, und sich am einfachsten aus eben jener
Ansicht erkläre. Der Verf. hingegen glaubt noch eine leichtere
Interpretation gefunden zu haben. Er sagt (S. 408.): „diese
Stelle, welche von Africanus herrührt, muß nach dem Rechte
der Zeit beurtheilt werden, aus welcher dieselbe sich datirt."
Welches war nun das Recht der Zeit? „Bei der älter» Der-
pfandungsweise der Römer bei der mancipatio aub sillucia
und dem pignus, ließ sich gar nicht denken, wie zweien zu
gleicher Zeit eine und die nämliche Sache sollte verpfändet
seyn." Streng genommen, ist die Behauptung wohl anfecht.
bar. Man konnte doch eine und dieselbe Sache mehreren man»
cipiren; auch läßt sich der Besitz einer Sache für mehrere nach
ideellen Theilen denken. Indessen abgesehen davon, war denn
dieses ältere Recht auch das Recht zur Zeit von African? Zur
Zeit von African kannte man die Hypotheken recht gut; da»
wird der Derf. ohne Zweifel zugeben, da es nicht nur aus
dem eigenen Ausspruch African'« hervorgeht, sondern auch mit.
Aussprüchen gleichzeitiger und vorhergehender Rechtsgclehrten

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