Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

36a

Römisches Recht.

§. l. D. 20.et si adversus eum (den verpfändenden
b. f. possessor) agat creditor, doli replicatione exceptio-
nem elidet etc. Welche exceptio ist das? offenbar dem gan-
zen Zusammenhänge nach die, daß der verpfändete Gegenstand
dem Verpfänder nicht gehört habe und gehöre. Wie sollte nun
da, wenn der Dcrf. Recht hatte, von einer exceptio gere-
det werden? Entweder der creditor hat bereits nachgewiesen,
daß der Verpfänder b. f. possessor war; dann hat er ja ein
gültiges Pfandrecht nachgewiesen, und die genannte exceptio
könnte keine Bedeutung mehr haben: oder er hat bloS die Ver-
pfandung nachgewiesen; dann liegt allerdings rin Sinn in der
Widerrede, daß die Sache dem Verpfänder nicht gehört habe,
und die Verpfandung an sich folglich nichts helfe. Diese Wi-
derrede wird nun exceptio genannt, und durch eine repli-
catio entkräftet. Zum Beweis, daß der Einwurf: si res non
aliena fuerit wirklich einer exceptio gleich galt. Dasselbe folgt
aur 1. l. 0.2o.». Dem besitzenden Pfandberechtigten, qui non
ignoravit alienam, wird eine Retention gewahrt. Diese Re.
tention stützt sich, wie alle eigentlichen Retentionen, wovon in
unfern Quellen die Rede ist (zu vergi. I. gZ- I- 50. §. i. D. de
bered, pet. 1. 2Z. j). 4. 1.27. §. 5. I. 48. D. de rei vind. 1. r.
D. quib. mod. pign, vel hyp. 1. 4. §. 9. 1. 14. D. de dol.
mal. et met. except. I. an. C. etiam ob chirogr.), auf eine
exceptio oder replica doli. Wie geht eS nun dabei zu? der
Verpfänder fordert seine Sache. Der Pfandberechtigte wendet
ein, sie sep ihm verpfändet worden. Diese Einrede der Ver-
pfändung würde nun nach dem Verf. zwei Satze enthalten,
den, daß die Sache verpfändet wurde, und den, daß sie dem
Verpfänder gehörte. Beide Sätze müßte der beklagte Pfand-
berechtigte als Bedingung seiner Absolution beweisen. Den
zweiten könnte er nicht darthun; und so müßte er, ehe Über-
haupt noch ein Dolus zur Sprache käme, unterliegen und ver-

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