Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Müller, Beitk. z. Lehre, v. Pfandrecht. 359
Zy5.). Ref. hatte gewünscht, daß der Vers, die Meinung
Löhr's, welche sich-schon auf den ersten Anblick wenig em-
pfiehlt, und bei näherer Erwägung als völlig unrichtig erscheint,
statt sie unbedingt anzunehmen, einer tiefem Prüfung unter-
worfen haben möchte. Es kann natürlich hier nicht der-Ort
seyn, über jene Meinung weitlauftig zu sprechen. Nur sofern
sie auf die vorliegende Untersuchung von Einfluß ist, darf ihrer
Würdigung hier eine Stelle gegönnt werden. D.Löhr sagt
(v. Grolmann u. Löhr, Magazinrc. Bd. Z..S. iZZ.), wenn
eine Sache, die der Verpfänder nicht im römischen, sondern im
natürlichen Eigenihum gehabt, zum Faustpfand gegeben werde,
so finde die actio serviana Statt. Dafür beruft er sich auf
I. l8- /D. de pign. (20. l.). Und doch handelt diese Stelle
so wenig als I. 21. §. 1.1). eod. von dem dominium in bonis,
sondern von der durch eine actio publiciana geschützten bon. üd.
possessio. Hätte der Verf. den angeführten Stellen größere
Aufmerksamkeit geschenkt, so würde er nicht bei einer Sache,
deren dominium in. bonis dem Verpfänder zustand, die actio
serviana mit Löhr Platz greifen lassen (S. 594.), während
er kurz vorher gesagt hatte (S. ZyZ.): „zur Gültigkeit des Pfan-
des wird vorausgesetzt, daß die verpfändete Sache in bonis
des Verpfänders gewesen. Selbst bei der Verpfändung durch
den bonae fidei possessor entsteht kein eigentliches Pfandrecht."
Freilich sollte die letztere Bemerkung nicht ernstlich gemeint seyn,
da der Verf. dem Pfandgläubiger, welchem das Pfand von
einem bon. fid. possessor gegeben ward, eine serviana (nicht
blos als utilis serviana) zugesteht; was sich ja nach seiner
Theorie ohne ein Pfandrecht nicht denken ließe. In der That
kann man wohl auch nicht umhin, bei einer von einem b. f.
possessor vorgenommenen Verpfandung ein wahres Pfand-
recht anzuerkennen. Das folgt klar aus 1.2y. D. de pign. act.
(»5.7.); in welcher Stelle der Pfandcontract eines bon. f.

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