Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Waldeck, Entscheidung d.O.A.G.'s znWolfcnbüttel. Bd.l. 335
Hinderung der Feldbesitzer, sich selbst durch Schießen des Wildes
gegen die von demselben zu besorgende Beschädigung zu sichern,
den rechtlichen Anspruch, solche Sicherung von dem Jagd in,
Haber zu verlangen, begründet; so muß man sich wohl ge-
neigt fühlen, alle diejenigen gesetzlichen Vorschriften, welche ge-
gen diese Forderungen der Gerechtigkeit, wie sie nach allgemei-
nen Grundsätzen unzweifelhaft bestehen, die Geltendmachung
der deßfallsigen Ansprüche der Unterthanen auf mannichfache
Weise bedingen und zu erschweren, stets in einem für die Uns
terthanen möglichst günstigen Sinne zu deuten und anzuwcn-
den. Don diesem GesichiSpnncte aus hat aber das O.A.Ge-
richt, indem eS dem Kammcranwalt den erwähnten Beweis
nachließ, mehr noch gcthan, als derselbe hatte erwarten können.
2) Der Kammeranwalt hatte eine Einwendung gegen die wi-
der ihn erhobene Entschädigungsklage auch davon hcrgenommen,
daß die Klager den Rcvicrförster eines Mangels an Sorgfalt in
Dcrscheuchung des Wildes von ihren Feldern nicht beschuldig-
ten; das O.A. Gericht verwarf diese Einwendung, weil eben
hieraus, und da die Felder demungeachtet in sehr großem Maaße
ruinirt worden, hervorgehe, daß der Wildstand zu groß gewesen
sey, um durch den Förster und die Wildwächter von Beschädi-
gung der Felder abgchalten werden zu können. Ein den obi-
gen allgemeinen Grundsätzen vollkommen entsprechende Entschei-
dung. 5) Durch die Verthcidigungsgründe deö Kammcranwal«
tes war auch die Rechtsfrage zur Entscheidung gebracht worden,
nwiefern die übermäßige Hegung des Wildes, und insonderheit
die Ueberschreitung eines gewissen Normal- Wildstandes', als
Bedingung der Verbindlichkeit zum Schadensersätze anzuseheN
sep. Das O.G. Gericht hielt sich jedoch hierbei zunächst an die
factischen Voraussetzungen des concreten Falles, nach welchen
schon in der Beträchtlichkeit des taxirten Schadens nicht mir
der Vorwurf, sondern auch der Beweis, eines übermäßigen

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