Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Juristische Prariö.

IV. Ueber Ersatz des Wildschadens. (3.82ff. Eine
sehr interessante Abhandlung von vorzüglicher practischer Wich-
tigkeit. In zweien gegen den Kammeramvalt ertheilten Erkennt-
nissen hat daS Oberappellationsgericht über mehrere hier ein-
schlagende Rechtsfragen entschieden, die es wohl verdienen, ein»
zeln ausgehobcn und erörtert zu werden, i) Im Braunschwei-
gischen ist den Feldbcsttzern die Bestellung von Wildwachter»
unbedingt befohlen, und dadurch der Schutz gegen Wildver-
wüstungen und deßhalb zu leistende Entschädigung bedingt. In
einem Falle, wo dergleichen Wildwachter vorschriftmaßig ange'
stellt worden, erkannte das O.A.Gericht den Kammeranwalt zu
dem Beweise verbunden, daß und in welchem Maaße der wirk-
lich geschehene Wildschaden durch Nachläßigkeit der angestellten
Wildwachter veranlaßt worden (et), und motiyirte diese Ent-
scheidung sehr bündig damit, daß für die ordnungsmäßig be-
stellten Wildwachter bis zum Beweise des Gegentheils, hie Der-
muthung streite, daß sie ihre Pflicht gethan hatten, und die
Obliegenheit her Unterthanen, ihre Saaten gegen das Wild,
und zwar durch sehr modificirte Berscheuchungsmittel, schützen
zu lassen, nicht dahin vergrößert werden könne, daß noch be-
sondere Aufseher über die Wildwachter angestellt werden müß-
ten. — Gehet man im Allgemeinen davon aus, daß jeder Scha.
den, welchen das der ausschließenden Verfügung des Jagdbe.
rechtigien unterworfene, und nur ihm unmittelbar zum Nutzen
gereichende, Wild in den Feldern anderer Grundbesitzer verur-
sacht, jenem als Beschädigung fremden Eigenthums zur Last
falle, daß sich auch eine hierzu vorhandene Befugniß nicht auf
die Eigenschaft her Jagdgcrechtigkeit als einer Servitut gründen
lasse, indem diese nur auf die Ausübung der Jagd auf fremdem
Boden^ nicht auf die Ernährung des Wildes von fremden Früch,
t-n, gerichtet scyn kann, mithin das las venandi nicht auch
ein lu8 pascendi in sich begreift, daß endlich schon die Der,

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