Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

. Hasse, kann dos bei der convent. in manum statt finden? 33
fanden hat, das Recht der dos ohne alle Einschränkung für an-
wendbar achte, versteht sich von selbst. So namentlich in An-
sehung des Zurücksoderungsrechts. Hauptsächlich ist darauf zu
sehen, ob nicht die dos eine receptitia ist. Außerdem tritt das
Znrückfoderungsrecht der Frau ein: sowohl nach der Scheidung
als nach dem Tode des Mannes. Auch trage ich (abweichend
von Hasse) nicht das geringste Bedenken, dem Vater in An-
sehung der prokectitia dos das ihm nach dem Tode der Toch-
ter zustehende Zurückfoderungsrecht einzuraumen. '
Zum Schlüsse noch Folgendes. Der geschichtliche Zusam-
menhang laßt sich in einer Lehre wie die von der Mitgift ist,
bei der Mangelhaftigkeit der Nachrichten nur dadurch Herstellen-
daß Vermuthungen zu Hülfe genommen werden: und da ich
mir in dieser Hinsicht die größte Enthaltsamkeit, zur Pflicht ge-
macht habe; so würde ich eigentlich den Aufbau einer auf Ver-
muthungen gegründeten Entwickelung am liebsten Andern über-
lassen haben. Es kömmt aber hier darauf an, zu zeigen, daß
es keineswegs unmöglich ist, die Geschichte der.dos sich so zu
denken, daß sie mit den von mir anfgestellten Ansichten voll-
kommen übereinstimmt. I. Aelteste Zeit bis zur Einführung
der cautiones re! .uxoriae. I. Der Vater glebt seiner Toch-
ter etwas aus seinem Vermögen mit. Ich zweifle nicht, das!
dieses schon jetzt dos (Mitgift) genannt wurde, und daß daher
auch das Recht der dotis dictio in solchen Fällen Statt fandi
Ein sich von selbst verstehendes Zurückfoderungsrecht gab eS
nicht: es war sogar nicht einmal üblich, sich die Rückgabe vor-
zubehalten. Dieses war bei der Ehe mit in manum conventio
nicht so unbillig: denn die Frau erwarb ja dafür die Rechte
einer sua beres im Haufe des Mannes, und die Mitgift, die
ihr der Vater gab, war gleichsam der Preis der Einkindschaft.
Daß der Mann durch unbillige Enterbung oder Scheidung die
Frau verkürze, wurde für so unwahrscheinlich gehalten, daß
Krit. Zeitschr. V. .3

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