Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

3o4 Deutsches Recht.
die Vasallen für den Genuß ihrer Lehen zu leisten hatten, keine
gezwungenen Kriegsdienste, gegeben habe. Der Beweis wird ge-
führt durch Darstellung des Carolingischen Heerbannsystemes und
andrer öffentlichen Lasten, welche schon in der. Carolingischen
Zeit den gemeinen Freien aufgebürdet werden. Der gänzliche
Verfall jenes alten Heerbannes, der allmählige Sieg des Feu«
dalsystemes ändert den Reichsdienst dahin ab, daß die Haupt»
Herren denselben für ihre Bezirke übernehmen müssen, dafür aber
auch nach der Reichsdienstordnung Hecrsieuern von ihren Unter-
thanen zu beziehen haben. Einer gründlichen Nachweisung die-,
scö UebergangeS folgt nun eine Darstellung der Zeitverhältnisse,
unter welchen sich das Bedewesen bis zum iztcn Jahrhundert
ausbildete, indem die hierher gehörigen Hauptsätze aus Eich»
horn's Deutscher Staats - und Rcchtögcschichte, durch bcige-
fügte Zusatze erläutert werden. Die ursprüngliche Natur der
Beden als Heersteuern wird genauer entwickelt, zugleich aber
bemerkt, daß sie im Laufe der Zeit auch für mancherlei andere
Zwecke auferlegt und erhoben worden fepen. Dicß führt zu
dem Verhältniß, in welchem die Geistlichkeit und die Ritter-
schaft zu den Beden stand, und hierauf geschieht nach der sog.
Leibbede und deö Besthauptes Erwähnung. Nachdem der Verf.
dann eingeräumt hat, daß manche alte Steuern ihre ursprüng-
liche Natur verloren haben, und unter den gutsherrlichen Zin-
sen und Gülten entrichtet werden, zugleich aber auch die recht,
lichen Erfordernisse dargestellt hat, ohne deren Dasepn die Ver-
wandlung einer Bede in eine privatrechtliche Leistung nicht an.
genommen werden könnet geht derselbe zum Großherzogthum
Hessen über, und wendet nun die allgemeinen Grundsätze auf
die dort bestehenden Verhältnisse an. Er geht hier die verschie»
denen Einwürfe durch, welche gegen die unentgeltliche Aufhe-
bung der auf Immobilien haftenden Bedeabgaben ausgestellt
worden sind, und tragt dagegen eine Menge von Gründen vor.

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