Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Ekgenbrodt, über die Nat. derDede-Adg,ben. Z->2
Ländern, in Böhmen, Lausitz, Schlesien u. s. w. häufig ge-
braucht wurde, hat der Verf. keine Rücksicht genommen. (Vgl.
auch hier Haltaus.) Dagegen hält er sich gleich am Anfänge
etwas langer bei dem Worte Lenrus auf, und zeigt gegen
Hüll mann, daß die privatrechtlichen Pachtabgaben von geist-
lichen Gätern in der alten Merovingischen und Carolingischen
Zeit nicht precaria, sondern censns genannt worden sehen,
der Ausdruck census aber im Mittelalter auch von solchen Ab-
gaben gebraucht werde, die nicht privatrechtlicher Natur sehen.
Er wendet sich hierauf zur Begründung der allgemeinen Steuer«
qualitat der Beden, indem er den Satz an die Spitze stellt, daß
die Beden von Anfang an nur an solche Personen entrichtet
wurden, welche vermöge ihrer staatsrechtlichen Qualität Abga-
ben beziehen konnten. Dabei werden dann zugleich die Verbote
gegen die Bedrückungen der Unterthanen durch Beden erwähnt,
zu welchen sich die Könige und Kaiser schon sehr frühzeitig ver-
anlaßt sahen. Indem aber die Behauptung, daß mit dem Na-
men Beden, gutsherrliche oder privatrcchtliche Abgaben nie be,
legt worden seyen, von der Meinung mehrerer früheren Schrift-
steller über diesen Gegenstand abweicht, so sieht sich der Verf.
nun genöthigt, der Widerlegung jener Ansichten einigen Raum
zu widmen. Die Theorien von Heenemann, Lang, Hüll,
mann und von Sensburg werden kritisch beleuchtet, und
hierauf kehrt dann die Schrift zur unmittelbaren Begründung
ihres eigentlichen Thema zurück. Vorzüglich zwei Meinungen
sucht der Verf. hier als unrichtig darzustellen. Es ist eine fal-
sche Ansicht, daß unter den Carolingcrn nur der König, die
Kirche und die Großen des Reiches Grundeigenthümcr gewesen
sehen, der ackerbauende Theil des Volkes dagegen blos aus leib,
eigenen Menschen ohne Gruneigcnthum bestanden habe. Es ist
ferner unrichtig, daß eS zu den Zeiten der Carolingcr keine eigent-
lichen Staatsauflagen, und außer dem Kriegsdienste, welchen

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