Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Römisches Recht.

Weniger befriedigend scheint die zweite Nummer „vom
Gefchäfftskreise der Vormünder" §§.-245 — 247. ausgefallen
zu seyn. Der Bedingungen und Eigenthümlichkeiten der aucto-
ritatis interpositio wird in §. 242«, wo hiervon, die Rede fepti
sollte, gar nicht gedacht, und die Falle, wo Contutor.en alle
auctoriren müssen, oder eine» einzigen auctoritas himei'cht,, wer*
den zwar aufgezahlt, aber das Princip nicht richtig aufgestellt.
Dieses ist, zufolge der Natur der Sachen daß alle auctoriren
müssen, wenn sie die Tutel ohne Auswahl der Person bekam»
men haben, .außerdem jeder einzelne, weil er hinlänglich erprobt
ist, alle vertritt: also derselbe Unterschied, wie bei der Frage:
welcher Inter satisdatio zu stellen habe. Auch die Grundsätze
über die Rechte der-nonjgerenfes (0. 915. 16.), inwiefern sie
doch in gewissen Fällen auctoriren oder im Vermögen handeln
können, hatten-nach Verschiedenheit der Fälle, besonders der
Art des negotium gerendum, fester bestimmt werden können.
Am wenigsten können wir dem über die Gewalt deö tuter mu-
lierum i,n Allgemeinen §. 244. und im Einzelnen Gesagten
beipflichten. Hier hatte davon ausgegangen werden müssen,
daß, abgesehen, von dm Fallen, wo überhaupt die auctoritas
tutoris nöthig ist, hier Alles auf den Unterschied der legitimi
und alterius generis tutores ankomme, von denen jene eine
effective Tutel haben, diese zum Auctoriren gezwungen werden
können. Da nämlich die Frauen nach natürlichem Rechte völ-
lige Urtheilskraft besitzen, und blo9 civili ratione unter Tutel
stehen, so kann diese Tutel nie um der Frauen selbst, sondern
nur um des Vormunds willen kräftig seyn' damit aber der
letztere Fall eintrete, muß die Tutel auf einem solchen Verhalt-
nisse beruhen, in welchem das Civilrecht eine wirkliche Abhängig-
keit des weiblichen Geschlechts anerkennt, d. h. cs muß eine le-
gitima (den Vormündern gebührende) tutela seyn. In dieser
Hinsicht sind also nicht bloö die fiduciarii und optivi) sondern

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