Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Hasst/ kann «los bei der «Jonvent in manum statt finden? 29
praestatio angeht, einiges Besondere hat: schon in dieser Hin-
sicht wäre der Begriff einer Mitgift auch für ein bios vorbehal-
teneö Zurückfoderungsrecht bedeutend. Aber ich gehe noch wei-
ter, und behaupte, daß der Begriff der dos eine rechtliche Be-
deutung haben würde, auch wenn eS. gar kein ZurückfoderungS-
recht bei der dos gäbe. Erst seit der berühmten Ehescheidung
deS Sp. Carvilius gab es cautiones rei uxoriae (Cell. IV. Z.),
und die rei uxoriae actio ist ohne allen Zweifel noch jünger.
Wenn man nun freilich zugeben muß, daß erst durch die Ein-
führung der rei uxoriae actio das Recht der Mitgift seine
vollständige Ausbildung erhielt; so darf man darum doch nicht
behaupten, daß erst jetzt die Mitgift (dos) ein rechtlicher Begriff
geworden sei. So wie man eine freie Gabe douatio nannte,
oder das Hingeben einer Sache für eine Gegengabe unter ge-
wissen Voraussetzungen mit dem Namen permutatio bezeich-
nete; so nannte man dos eine Gabe, welche den Zweck halte,
dem Ehemann einen Ersatz wegen der vermehrten WirthschaftS.
kosten zu gewähren. Die rechtliche Statthaftigkeit einer solchen
Gabe wäre schon als ein Punkt anzusehen, der eine rechtliche
Bedeutung dieses Begriffs begründet, wenn man auch das ei-
genthümliche Recht der dotis dictio ganz aus den Augen las-
sen wollte.
Wenn nun der von dem Verf. zum Grund gelegte Be-
griff der dos nicht zugegeben werden kann; so kann auch nicht
zugegeben werden, daß bei einer Ehe mit ia manum conventio
eine dos im rechtlichen Sinn unzulaßig ist. Freilich wenn die
Frau, welche eine solche Ehe eingeht, su! juris ist, und in
Folge der io manum conventio ihr ganzes Vermögen dem
Manne zufallt; so kann man dieses dem Manne zugebrachte
Vermögen nicht eigentlich dos oder Mitgift nennen, weil die-
ser Erwerb nicht durch eine besondere rechtliche Uebertragung
oder Gabe begründet wird, sondern eine nothwendige Folge

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