Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Zimmern, Geschichte des Rdm. Pr. R.'s.
pandum sich habe verkaufen lassen, Sclaverei zur Strafe ein»
getreten sey, nicht auch beim Verkauf ad actum gerendum.
Allein wenn man L. 6. §. 5. de injust. rupt. L. io. C. de
liber, causs. L. 6. C. de ingen. manumiss. und besonders L, 2.
C. Tb. de liber, caus. vergleicht, so wird offenbar, daß nach
altem Rechte auch der seine Freiheit veriohr, welcher unter 25
Jahr alt sich zu dem Zwecke hatte verkaufen lassen, um beim
Käufer irgend eine Geschäfftsverwaltung zu erhalten, und dann
durch proclarnatio ad libertatem die in seinen Händen besind»
lichen Sachen des Käufers als eigene in Anspruch zu nehmen»
Die Sclaverei trat nicht ipso jure ein, sondern es wurde die
assertio in libertatem verweigert, oder eine praescriptio ent-
gegengesetzt (vergi. L. 5- C. de liber, causs., welche Justinian
auf den Fall des Verkaufs pretii participandi caussa bezogen
hat). Demnach möchte dieser Rechtssatz gegen Ende der Re-
publik durch eine lex imperfecta entstanden seyn (eine perlecta
war nämlich nach damaliger Rechtsansicht hierüber nicht mög-
lich), vielleicht durch die von Gai. I, 85. 86. erwähnte lex, so
daß Claudius dieselbe durch mehrere SCte fortgebildet hatte;
alsdann möchte ich hierauf L. 23. pr. de liber, causs. bezie-
hen, in welcher schon Muciuö Scävola eine solche Entstehung
der Sclaverei kennt, und welche auf den Verkauf pretii parti-
cip. caussa schon deßwegen nicht paßt, well dieser bona Lds
venditoris (die dort erwähnt wird) sich nicht denken läßt. Daß
aber dicse.Belrügerei zur Zeit der Republik schon vorkam, möchte
Varro apud Non. v. Stare, p. 5g2. ed. Lips. beweisen.
Später hat L. 2. C. Th. eit. [in diesem Rechte Einiges gemil,
dert; Justinian wollte es offenbar ganz abschaffen; doch ist eö
ihm nicht gelungen, alle Spuren desselben zu tilgen. Die An-
nahme des Verf.'s S. 728., daß schon zur Zeit der Republik
gegen einen in dolo befindlichen verkauften Freien doli exceptio
Krit- Zritschr. V. r. 8

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