Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Zimmern, Geschichte des Rbm. Pr.R.'S. 269
Verhältnisses bei, als die Aufstellung der dazu gehörigen Klag-
formel. — Auch die rerum amotarum actio hatte historischer
adgehandelt werden sollen (§. 165. 604.'). Ohne Zweifel wurde
diese Klage, welche schon Labeo kennt (L. 13. 19. b. t.), bald
nach dem Aufkommen der Scheidungen eingeführt, und wohl
zuerst gegen die Frau, denn vorher hatten weder die Ehegatten
ein Interesse, sich etwas wegzunehmcn, noch der Staat derglei-
chen häusliche Vergehen mit einer Klage zu ahnen. Seitdem
aber konnte die aus dem ehelichen Hause abziehende Frau auch
leicht Sachen des Mannes mit ihren eigenen wegzuschaffen ver-
anlaßt werden, was nach der Natur des amovere beim Manne
sich nicht so leicht denken lagt. Die Klage selbst aber war pro«
cessualistisch ausgezeichnet (L. n seqq. b. t.), wahrscheinlich
auch durch Recuperatoren, was um so mehr anzuführen gcwe,
sen wäre, weil man sonst nicht cinsieht, warum überhaupt die
Klage gegeben wurde, da ja schon die condictio ex injusta
caussa statt fand (I-. 24. LZ. b. t.).
Weniger gelungen als der vorhergehende Abschnitt hat uns
der folgende geschienen: Vom jus über Andere. Auch hier he-
ben wir nur einiges Hauptsächliche hervor. In der ersten Un-
terabtheilung: Begriff und Charakter der potestas, erwartet man
vor Allem die Nachweisung eines bestimmten GesichtSpunclS,
von welchen aus man das wahre Wesen der potestas des Va-
ters und des Herrn den Grund der Gleichartigkeit beider, und
warum sich beide gerade in jenen einzelnen Rechten aussprechcn,
begreift. Dafür wird aber wenig Befriedigendes geleistet. Den»
wenn der Verf. daS Recht des Vaters auf ein imperium do-
mesticum zurückführt, so ist damit eigentlich noch nichts erklärt,
und die Vorstellung selbst irrig, weil ein anderes ist imperium,
ein anderes patria potestas (L. 215- de V. S.). Auch sieht man
damit noch nicht ein, in wie fern nun diese potestas mit der
häuslichen Gewalt über Sklaven und Frauen in manu ganz

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