Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Zimmern, Geschichte des RLm. Dr.R's. a6i
oder der Religion des natürlichen Menschen erscheint, ist dieser
noch mit Gott verbunden, und folglich die Ehe als das, was
sie vor dem Falle war, eine divini hutnanique juri« com-
municatio in diesem Sinne; das Christenthum aber hat dieses
Verhaltniß eben so wenig in. seine ursprüngliche Natur wieder
eingesetzt, wie alle übrigen Verhältnisse des natürlichen Men-
schen (vergl. i Csr. 7, 16. Matth. 22, Zo.), vielmehr stellt «S
ihm in seiner neuen Schöpfung die eine wahrhaft sacramenta-
lische Ehe Christi mit seiner Kirche, so wie dem natürlichen Kin-
desverhaltnisse die Kindschaft zu Gott aus der Wiedergeburt
entgegen, und nur die diese Kindschaft und den Antheil an die-
ser Ehe begründenden Handlungen sind wahre Sacramcnte,
d. h. Mittheilungen des christlich-göttlichen Rechts. Demnach
muß auch die Ehe seit dem Christenthum unter Lebenden trenn-
bar bleiben und es war ein Verkennen derselben, wenn die
Scheidung für unmöglich erklärt, d. h. eine Ehe als wirklich
fortdauernd erkannt wurde, wo wirklich keine mehr ist. Das
Röm. Recht dagegen, als es, durch den Verfall der Sitten ge-
zwungen, schon AehnlicheS zu verordnen anfieng, blieb sich doch
immer bewußt, daß dieses nichts als rechtliche Fiction sep (vrgl.
L. 43. ad i. Jul. ad adult. L. un. §. 1. unde vir. L. 9. ir.
pr. de divort.). Außerdem hat das Mittelalter Gütergemein-
schaft der Ehegatten aufgebracht; allein theils ist diese nur eine
einzelne ganz willkührlich aufgegriffene und unklar ausgebildete
Wirkung der manus, theils ist es dem Wesen der Ehe wider-
sprechend, jene als Wirkung der Ehe als solcher zu denken, und
folglich auch nichts weniger als rin Beweis des damals voll-
kommener« Eherechts. — Was justum matrimonium fiep, tft
in §. 157. richtig bestimmt, nur daß nicht unerwähnt hatte blei-
ben sollen, legitimum matrimonium könne auch zuweilen be-
deuten legibus non prohibitum (vrgl. L. 3. §. i. de don. i.
vir. et ux. Collat. L. M. et Rom. 6,4. Fragm. Vatic* j), 168.
Ärit. Zeitschr. V. %. 7

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