Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

252

Römisches Recht.
und Menschen in mancipio kein peculium haben, und die
Contracte derselben überhaupt gar nicht so, wie die der filn-
fam, und servi behandelt werden (§. 226.). Allein unrichtig
ist eS, wenn der Verf. behauptet, das Generische jener drei
Rechte sey nicht in einer Gewalt über die in demselben Ste-
henden zu suchen; diese liege blvs in der potestas, sowohl der
des Vaters als deS Vormunds, die insofern gleichartig sepen;
sondern lediglich darin, daß die alieno juri subjecti dem, in
dessen Recht sie stehen, erwerben und folglich selbst vermögens-
los sind. Der Verf. hat hier den so häufigen und besonders in
dieser Lehre wichtigen Unterschied zwischen blos formellem und
auch materiellem Rechte übersehen, welches nicht geschehen seyn
würde, wenn er daS System des GaiuS vollkommen aufgefaßt
hatte. Die Sache verhalt sich nämlich so. Die Menschen
kommen privatrechtlich in zwiefacher Hinsicht in Betracht, jure
publico und jure privato; in der einen und der andern Be«
ziehung können sie frei und unfrei sepn, und diese Unfreiheit
jst immer eine Unfreiheit der Person; die jure publico Un-
freien sind die Sklaven, die denn natürlich auch jure privato
eö sepn müssen, und bei der Unfreiheit jure privato wieder-
kehren, weil diese in jener enthalten ist; die jure privato
Unfreien, diejenigen, welche einer Familiengewalt unterworfen
sind (pot. man. mauc.). Diese als solche, entzieht daher gar
kein Recht deS jus publicum, aber das Privatrecht nimmt sie
völlig, obgleich jede auf eine andere Weise, indem jede auf ei»
nem andern natürlichen Verhältnisse gegründet ist. Das Pri-
vakrecht aber besteht aus zwei Theilen, dem über die Person,
und dem über das Vermögen. Nun ist zu bemerken, daß so
oft die Familiengewalt auf einem persönlich-natürlichen und
als solchem gewichtigen Verhaltniß beruht, als Eigenthum der
Person, väterliches oder eheliches Verhaltniß, sie auch materiell
>em Gewalthaber das Recht über die Person giebt; denn zu

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer