Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Zimmern,. Geschichte des RSm. Pr.R.'S.
edicta erhalten habe. — Bei Beurteilung der schriftstellerischen
Thatigkeit der Römischen Juristen §. 56. kommt auch wieder
der jetzt so allgemeine Tadel vor, sie hatten sich auf das Defi,
nire», Eintheilen und Angeben richtiger Gründe nicht besonder»
verstanden; gewiß aber ist dieser wenigstens für die Zeit nach
den Schulen und überhaupt im Vergleich mit der gegenwärti-
gen Zeit sehr unrecht, und ich bin fest überzeugt, daß in eini»
ger Zeit, wo erst Vieles besser von uns erkannt fcpn wird,
wir beschämt unsere Anklage zurücknehmen. Im §. 57. ist wohl
der Ausdruck „notirte Ausgaben" mit dem richtigern „mit No-
ten versehene Ausg." zu vertauschen; auch glaube ich nicht,
daß wenn es heißt, ein Jurist apud aiiquem sage oder dergl.,
dieses auf einen bloßen Commentar hinweist, sondern überhaupt
nur bedeutet, in irgend einer Schrift des alfquis komme die
Meinung eines Andern vor (dessen Buch selbst man vielleicht
nicht gesehen habe). Die Bücher sä aliquem und ex aliquo
möchten sich noch so unterscheiden, daß in jenen der ganze Text,
in diesen nur einzelne ausgehobene Stellen fremder Schriften
commentiri wurden, übrigens ohne Unterschied, ob der Tert im-
wer wörtlich oder nur der Sinn desselben angeführt wurde. In
§. 58. über das gesetzliche Ansehen der Schriften der Juristen
wäre noch da- bemerkenswerth gewesen, daß diese« sich unmög-
lich ganz von selbst gemacht haben könne. Vielleicht rührt Pa«
pinianS Vorzug daher, daß feinen Schriften zuerst und lange
Zeit allein dieses Privilegium durch kaiserliche Constitutionen zu
Theil geworden war, indem man den so rühmlich und un-
schuldig Gefallenen auf diese Weise gleichsam im Leben erhalten
wollte. Die Stelle im Citirgesctz: kauli quoque sententias
sewpsr valsrs praecipimus heißt offenbar nicht bloS, daß die-
ses Buch auch solle angeführt werden dürfen, sondern daß die
darin vorkommenden Satze schlechthin (ohne alle Rücksicht auf
Anderer abweichende Behauptungen) Gesetzeskraft haben sollten

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