Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

2?ö Römisches Recht.
nähme viel natürlicher, daß wo praetor steht, dieses sich auf
solche Theile des Provineial-Edicts.bezieht, welche der Procon-
sul geradezu aus dem eälctum urbanum herüber genommen
hatte, vielleicht selbst mit der Einleitung: ?raetor sit. Andere
übrigens vielleicht auch mit dem elliotum urbanum überein-
stimmende Sätze waren von ihm selbst neu eompom'rt.
Der dritte Abschnitt, von den Constitutionen der Kaiser,
hat uns, soweit er das Allgemeine betrifft, am wenigsten befrie-
digt. Der Vers, will, wie es scheint , die gesetzliche Kraft der
constitutiones prinoipum mehr aus der hohen Stellung der
mehrere Würden auf lange Zeit in ihrer Person vereinigenden
Casaren überhaupt ableiten (§. 42.), als aus der lex regia §.
60 imperio, durch welche das Volk ihnen legislative Gewalt
mittheilte. Allein diese Ansicht.ist nicht nur ungeschichtlich, son-
dern auch wider alle Consequenz. Das erstere; denn alle un-
sere Rrchtsquellen führen jener Recht der Kaiser auf eine be-
stimmte Ertheilung desselben znrück; das letztere, denn wie soll
irgend das. noch so große Anschwellen bloßer executiver Gewalt
jemals bewirken, daß der sie hat, dadurch selbst auch die sthr
ganz fremde legislative bekomme? Man ist in neuester Zeit nur
gar zu geneigt geworden, positive Erscheinungen, selbst wenn
man ihren folgerechten Zusammenhang mit Früherem leicht auf-
finden konnte, „sich unbewußt von selbst machen zu lassen", und
die historische Schule (wenn es eine solche giebt) muß sich hierin
wohl hüten^ den Vorwurf, als gebe siecher Begriffsconsequenz
zu wenig Raum, nicht zu verdienen, um so mehr, da es kein
Recht giebt, welches an letzterer mit größerer Strenge hielte,
als das Römische., So ist deun auch hinsichtlich der lex regia
blos die Vorstellung irrig, als wenn ein Gesetz zu Augustus Zeit
ein für alle Male die freie Republik abgeschafft und eine Mo-
narchie an deren Stelle gesetzt hatte; vielmehr wurde erst nach
und nach, als immer wieder Kaiser gewählt wurden, und die

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