Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Zimmern, Geschichte des RLm. Pr.R.'S.
halt der von Justin, in der const. Tanta circa §. >8. und
Deäit nobis §. 18. erwähnten Acußerung Julians und des auf
die Salvianische Nedaction bezüglichen" S.Consultssprichtdvch
deutlich genug: Die Ergänzung dieses EdictS würde für unvor»
hergefehene Falle der Kaiser besorgen, die Pratoren sollten das-
selbe nur nach seinem Sinne analog anwenden. Folglich durf-
ten die letztem nicht mehr Neues hinzusetzen, und vom Alten
nichts weglaffen oder verändern. Auch bemerkt der Verf. selbst
sehr richtig, daß alle für das fortgesetzte Ediciren bis dahin an-
geführten Beweise unzulänglich seyen. Der aber, den er selbst
anführt, nämlich, daß Ulpiän noch in L. i. 13. de ventre
ein novam edictam erwähnt, möchte sogar eher das Gegen-
theil von dem. was er soll, darthun. Denn, wie eine genauere
Ansicht der Stelle lehrte, ist jenes novum edictum kein ande-
res, als daS de conjungendi» cum emancipati» liberis, wel-
ches auch Marcellus L. 3. de conjubg. c. emanc. lib. mit dem
Ausdruck nova clausula als einem Kunstausdrücke bezeichnet.
Wenn nun dieses Cdict etwa Zu Jahre, nachdem es gemacht
war, immer noch schlechtweg das neue hieß, so beweist dies
wohl hinlänglich, daß seitdem keine anderen neuen gemacht wa-
ren, um so mehr, da jenes noch mit in dem edictum perpe-
tuum stand. Demnach macht die Salvianische Redaetion des
EdictS in der Geschichte desselben allerdings insofern Epoche,' als
sie dessen Fortbildung förmlich abschließt, und es, neu zugerich-
tet, als ein fertiges Ganze, den kommenden Geschlechtern über-
gab. — In Note 40. wird der Umstand, daß in den Fragmen-
ten deS Gaius ad edict. prov. bald der Proconsul, bald der
Prator redend eingeführt wird, damit erklärt, daß der Vorste-
her der Provinz wirklich bald die eine, bald die andere Würde
bekleidet habe. Allein hätte denn nicht genauer propraetor ge-
sagt werden müssen, und wie erklärt sich überhaupt jene gewiß
doch nicht ganz willkührliche Abwechselung ? Mir schriitl die Au-

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