Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

Zimmern, Geschichte des Mm- Pr.R.'S. szi
StaatSrechtö wagte man sich frühzeitig mit neumodischen Sena-
tus-Consulten und Constitutionen, und änderte mit diesen Mit-
teln auch materiell in einem neuen Geiste. Nicht so leicht wie
das Derhaltniß der leges ist das der SCta zu den kaiserlichen
Constitutionen zu bestimmen; weil diese beiden Rechtsquellen in
ihrer neuen Bedeutung, d. h. Gesetzesstelle vertretend, zu glei,
cher Zeit aufkamen; doch ist so viel offenbar, daß so oft eine
allgemeine Rechtsanderung gemacht werden-sollte, man dieses
durch den Senat zu thun vorzog; denn dieser war das publi-
cum consilium, welches auch legislativ für das Beste des Staats
in seiner Gesammtheit stets zu wachen hatte. Die S Consulte
vertraten daher anfangs die Stelle von den spätem kaiserlichen
Edicten. Der Kaiser dagegen blieb innerhalb der Schranken
der Magistratur, und verfügte durch Edicte fast nur AmtS-
maßregeln; das Recht zu ändern begann er blos im Einzelnen
durch Rescripte, Decrete uyd Mandate, wie eS feine Stellung
als erste Person im Staat und als Magistratur mit sich brachte.
In spätem Zeiten war eö allerdings blos noch Sache des An-
standes und der Klugheit, wie viel Antheil an der Legislation
ein Kaiser dem ehrwürdigen Rathe des Weltstaats, dem er we-
nigstens der Form nach selbst seine Erhebung verdankte, ein-
räumen wollte. — lieber die Acclamationen im Senat hatte in
§.2Z. noch verwiesen werden können auf Rrissou. dekorw.s,
66. und B. Ferrarius de acclamation. et plausu (steht auch
in 6raev. Thes. Tora. IV.), dessen ganzes viertes Buch hieher
gehört. Ferner ist daselbst in der spatem Geschichte der SCta
nicht erwähnt die Verordnung der Kaisers Probus, welcher
den Vätern einräumte (Vopise. in krob. c. iZ.), ut leges, quas
Imperator ederet, SCtis propriis consecrarent, also ein for-
melles Bestatigungsrecht jeder einzelnen Constitution durch ein
besonderes Consult trotz des allgemeinen, wodurch der Kaiser er.
nannt und mit legislativer Gewalt bekleidet worden war. —

5..

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