Full text: Volume (Bd. 5 (1829))

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Römisches Recht-
liegt. Denn, legis vicem obtinere heißt es von solchen Willens-
erklärungen, welche gleiche Kraft mit einer lex haben, die aber
'der Sache nach keine leges finb; dagegen legibus exaequari
von denjenigen- welche selbst der Sache nach und nur nicht in
der Form leges, vorgeschlagene Volksschlüsse sind, was bloS von
den Plebifciten behauptet werden kann. Auf derselben Seite
Note t4. ist auch der Inhalt der lex Publilia richtiger so an-
zugeben: „Daß auch von den Censoren jedesmal wenigstens der
eine ex-plebe gewählt werden müsse," was ich deßhalb be-
merke, weil Viele irrig glauben, auch bei der Mittheilung des
ConsulatS fey den Plebejern nur eingeräumt, daß einer von
den Consuln aus ihnen gewählt werben müsse, da doch nach der
lex Sextia Xicinia jedenfalls einer der Consuln Plebejer seyn
mußte, und beide eS seyn durften. — Wenn ferner hinsichtlich
der leger L*r Kaiserzelt gesagt wird, es lasse sich nicht absehen,
warum gerade da der Schein eines VvlksschluffeS von den Kai-
sern vorgezogen worden seh, so ist wohl nicht genug erwogen,
wie beim Aufkommen einer neuen Art der Legislation, durch
welche die frühere nicht geradezu abgeschafft wird, er immer ei-
nige Zeit währen wird, bis diese die frühere gänzlich überwin.
bet, und man namentlich es so lange vorziehcn wird, alle die,
jenigen Rechtssatzungen der frühern zu überlassen, welche ehr-
würdigere, dem alten Princip angehörige Verhältnisse betreffen;
denn so wie, wenn ein Götterbild abgenommen werden soll,
doch nur Priesterhänbe dieses berühren dürfen, so scheute man
sich auch an dem. Fundamente des alten Recht« mit andern
Werkzeugen zu rütteln, als welche dieses in einer bessern Zeit
gebaut hatten. DaS heilige Recht daher und das Personenrecht
(denn diese sind die ehrwürdigen Grundpfeiler des alten Römi-
schen Wesens) änderte man anfangs nur durch leges; an das
Sachen» und Actionenrecht dagegen und einzelne Theile des

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